AfD erneut in Umfrage-Spitze – Insa sieht rechten Höhenflug

Aktuellen Zahlen des Instituts Insa zufolge, die für die 'Bild am Sonntag' erhoben wurden, liegt die AfD wieder auf dem ersten Platz im bundesweiten Parteienvergleich.

heute 14:05 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal reicht ein kurzer Blick auf die neuesten Umfragewerte und – zack – die vertrauten politischen Koordinaten geraten ins Rutschen. Der aktuelle 'Sonntagstrend' von Insa (im Auftrag der 'Bild am Sonntag') schildert ein Land im Umbruch: Die AfD kann ihren ohnehin schon hohen Wert von 26 Prozent halten, während CDU/CSU um ein Prozent auf 25 Prozent abrutschen. Ganz ehrlich: Diese eine Prozentpunkt-Differenz wirkt fast willkürlich, ist aber aufgeladen mit politischen Bedeutungen und Emotionen. Die SPD taumelt weiter; 13 Prozent, was mancher Analyst wohl als moderates Debakel betiteln würde. Die Grünen bleiben mit 12 Prozent stabil, irgendwie unauffällig zwischen Bedeutungskrise und Resthoffnung. Die Linken treten mit 11 Prozent ebenfalls auf der Stelle – ob sie kurz vorm Verschwinden stehen oder einen zweiten Frühling erleben, bleibt diffus. Und das Bündnis Sahra Wagenknecht? Knappe 4 Prozent – vielleicht ein Hoffnungsschimmer für Enttäuschte, vielleicht nur ein kurzes Aufflackern. Wenig überraschend: Die FDP blendet sich mit 3 Prozent nahezu unsichtbar aus. Alles unter der Fünf-Prozent-Hürde wirkt plötzlich wie politische Fußnote. Interessanter Nebenaspekt: 1.199 Menschen wurden zwischen Ende März und Anfang April befragt. Natürlich bleibt offen, wie belastbar der Trend für den Wahltag sein wird. Solche Umfragen sind schließlich immer Momentaufnahmen – nicht selten von Tagesstimmungen, Wetter und den letzten Schlagzeilen beeinflusst. Trotzdem: Dieser Sonntagstrend lässt aufhorchen.

Die Umfragewerte zeigen erneut, wie sehr sich das politische Gleichgewicht in Deutschland derzeit verschiebt. Dass die AfD wieder als stärkste Kraft gemessen wird, wirft Fragen nach Ursachen und Folgen dieser Entwicklung auf. Im politischen Diskurs ist diese Stärkung rechtspopulistischer Strömungen seit Monaten ein Dauerthema – jüngste Ereignisse wie Demonstrationen gegen rechts und Debatten zum Umgang mit der AfD geben dem nochmals Auftrieb. Internationale Stimmen – etwa vom Council of Europe – mahnen zur Wachsamkeit gegenüber populistischen und demokratiefeindlichen Tendenzen. Zugleich bringt die Schwäche der Ampelparteien den Druck weiter nach oben; insbesondere bei der SPD steht die Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand. Übrigens: Die Methodik von Umfragen unterliegt immer Unsicherheiten – von der Auswahl der Befragten bis zur Interpretation der Ergebnisse. Laut Medienberichten wächst das Misstrauen gegenüber klassischen Parteien, während gesellschaftliche Konflikte, Wirtschaftssorgen und Migrationsdebatten die politische Landschaft weiter polarisieren.

Schlagwort aus diesem Artikel