Steinmeier gibt grünes Licht für Olympia-Bewerbung 2036 in Deutschland

Wenig überraschend, aber mit einer gewissen Schwere: Bundespräsident Steinmeier unterstützt nun die deutsche Bewerbung um die Olympischen Spiele 2036 – trotz historischer Zwiespältigkeiten.

heute 12:59 Uhr | 4 mal gelesen

Laut Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hat Frank-Walter Steinmeier, der sich Anfang des Jahres noch skeptisch über eine Olympiabewerbung Deutschlands für 2036 geäußert hatte, nun seine Haltung überdacht. Die kritische Erinnerung an die nationalsozialistisch instrumentierten Spiele von 1936 bleibt ihm bewusst – dennoch, so das Bundespräsidialamt, vertraue er darauf, dass Staat, Gesellschaft und Veranstalter das heikle Jubiläumsdatum mit dem nötigen Fingerspitzengefühl behandeln. In der Sendung "Bericht aus Berlin" sagte Steinmeier: "Wir verfügen über moderne Stadien, große Sportbegeisterung – und ich würde mir wünschen, dass wir wieder olympische Gastgeber werden. Die Fußball-WM 2006 hat gezeigt, was wir draufhaben." Der DOSB will die Bewerberstädte für 2036, 2040 und 2044 ohnehin erst Ende September 2026 auswählen. Dass ursprünglich Katar als Favorit galt, ist aktuell durch politische Unsicherheiten im Nahen Osten fraglich geworden, daher scheint Europas Rolle wieder zu wachsen. Otto Fricke, DOSB-Vorstand, lobte den Sinneswandel Steinmeiers und hob hervor, wie dringend internationale Rückendeckung nötig sei. Laut Fricke haben sowohl München, Köln-Rhein-Ruhr als auch Berlin starke Bewerbermehrheiten, was nun durch die Position des Präsidenten weiter gestützt werde. "Steinmeier signalisierte immer, er bevorzuge Olympia vielleicht später, aber die Message ist jetzt eindeutig: 2036 schließt er nicht mehr aus. Für den Sport in Deutschland ist das ein wichtiges Signal – und wir wissen um die Verantwortung des Datums", sagte Fricke im Interview.

Steinmeier bezieht nun Stellung pro Olympia 2036 in Deutschland, nachdem er zuvor wegen des NS-Kontexts von 1936 gezögert hatte. Der DOSB sieht die Chancen für eine europäische Austragung wachsen, nachdem sicherheitspolitische Unsicherheiten Katar als ursprünglichen Favoriten ins Wanken bringen. Mehrere deutsche Städte bewerben sich, und politische Unterstützung wie die des Bundespräsidenten gilt als entscheidendes Signal an das IOC und die internationale Öffentlichkeit. Nach aktueller Recherche wird auch in der öffentlichen Debatte betont, wie sensibel das Jubiläumsdatum ist: Vertreter aus Politik und Gesellschaft diskutieren, wie sich Deutschland der Geschichte stellen und die Moderne zelebrieren könnte – teils wird sogar ein „mutiges, reflektiertes Zeichen“ für Demokratie und Vielfalt gefordert. Kritiker verweisen auf die Gefahr, historische Verharmlosung zu betreiben, doch viele Stimmen – auch im Sport – halten eine offene Auseinandersetzung für lehrreich und zukunftsweisend. Zuletzt wurden die Debatten durch die anstehende Verkündung der DOSB-Bewerber verstärkt, bei denen auch Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Wirkung der Spiele im Mittelpunkt stehen sollen.

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