Steuerliche Anreize: Spahn will Rückkehr von Investoren nach Deutschland fördern

Jens Spahn, bei der CDU vorne mit dabei, spielt mit dem Gedanken, ausländische Unternehmer und Investoren mit verlockenden Steuervergünstigungen nach Deutschland zurückzuholen.

heute 08:02 Uhr | 2 mal gelesen

Mal ehrlich: Deutschland macht’s Gründern und Investoren manchmal alles andere als leicht. Bürokratie, hohe Steuern, manchmal auch eine ziemlich konservative Einstellung gegenüber mutigen Unternehmungen – das kann abschrecken. Jens Spahn hat nun die italienische Lösung als Vorbild ins Spiel gebracht. Die Italiener locken Heimkehrer mit satten Steuer-Bonbons, und tatsächlich, aus den Staaten gibt es offenbar viele, die Europa plötzlich wieder attraktiv finden. Seltsam eigentlich, dass Deutschland nicht längst stärker auf diesen Trend setzt. Innovation, Wissen und Kapital – so viel davon wird anderswo mit offenen Armen empfangen. Die schwarz-rote Koalition, so gibt Spahn offen zu, dürfte an so einer Reform schwer zu knabbern haben. Hierzulande werden Vorschläge, besonders wenn sie von der CDU kommen, oft sofort abgeblockt – Gewohnheit, könnte man fast sagen. Und trotzdem: Ohne frische Ideen und Mut, fremde, vielleicht sogar unkonventionelle Wege zu gehen, verpasst Deutschland womöglich genau die Impulse für die Zukunft, die so dringend gebraucht werden.

Spahn sieht in steuerlichen Anreizen für aus dem Ausland zurückkehrende Unternehmer eine Chance, frische Innovationskraft nach Deutschland zu holen. Italien dient ihm als Vorbild: Dort profitieren Heimkehrer über Jahre von massiven Steuererleichterungen und insbesondere aus den USA gibt es viele potenzielle Rückkehrer. Allerdings stößt ein solcher Vorschlag in Deutschland oft auf Gegenwind – zu groß ist die Skepsis gegenüber steuerlichen Privilegien für Einzelne, und die Angst vor einem unfairen Vorteil bleibt präsent. Inzwischen machen einige andere Länder wie Portugal ähnliche Angebote, was den internationalen Konkurrenzdruck erhöht. Die Debatte steht letztlich für eine größere Frage: Wie kann Deutschland offen genug werden, um Unternehmertum und Innovation systematisch zu fördern, ohne den sozialen Ausgleich aus dem Blick zu verlieren?

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