Ehrlich gesagt, erstaunt es mich immer wieder, wie oft im Bundestag über vermeintlich banale Dinge wie Handys und Dresscodes diskutiert wird – als würde davon die Demokratie abhängen! Klöckner sieht das anscheinend ähnlich: Für sie sind Handys keine Störfaktoren, sondern ein ganz normales Arbeitsgerät. Trotzdem mahnt sie an, dass offene Laptops nicht gleich die erste Reihe wie eine Mauer verbauen sollten – eine kleine, aber durchaus nachvollziehbare Randbemerkung.
Was die Kleidung betrifft, bleibt Klöckner eher gelassen. Sie zitiert bestehende Regeln („Kopfbedeckungen sind tabu“), will jedoch auch niemanden öffentlich rügen, der mal mit weniger förmlichem Outfit auftaucht. Haltungsnoten? Nicht ihr Ding. Sie persönlich würde sich zwar nicht im Jogginganzug zeigen, doch anderen ihre Kleiderwahl vorschreiben möchte sie auch nicht. Man spürt: Hier geht es eher um eine Balance aus würdigem Rahmen und Nüchternheit als um Dogmen.
Übrigens – wie viele andere vermutlich auch, kann ich mir Abgeordnete im bequemen Schlabberlook zwar nur schwer vorstellen, aber vielleicht würde das die Debattenkultur sogar entspannen. Oder verstreut es nicht auch irgendwie die Aura des Politischen, wenn alles zu casual wird?
Julia Klöckner spricht sich klar gegen ein Handyverbot im Bundestag aus, weil mobile Geräte ein integraler Bestandteil parlamentarischer Arbeit sind; sie plädiert für Augenmaß bei Nutzung und Auftritt. Gleichzeitig sieht sie in der Frage der Kleidung keinen Anlass für neue Vorschriften: Existierende Richtlinien genügen, ein Zwang zu formellen Outfits oder Modepolizei sei nicht nötig. Eine neue „Debatte über Jogginghosen“ hält Klöckner daher für überzogen – wichtiger sei der Fokus auf Inhalte und Arbeit als auf Äußerlichkeiten.
Neuste Berichte zahlreicher Medien beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen parlamentarischer Kultur und digitaler Arbeitsweisen, oftmals im Licht der Modernisierung von politischen Prozessen und veränderten gesellschaftlichen Erwartungen.