Strom- und Gaspreise 2025: Was zahlt eigentlich wer?

Im zweiten Halbjahr 2025 mussten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland spürbar tiefer in die Tasche greifen, wenn es um Strom oder Gas fürs Zuhause ging – aber nicht alle Preisentwicklungen verliefen gleich.

heute 08:27 Uhr | 2 mal gelesen

Es passiert ja nicht selten, dass man bei Rechnungen vom Energieversorger kurz ins Grübeln gerät. Laut aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamts zahlten Privathaushalte im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 12,23 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Gegenüber dem ersten Halbjahr stieg dieser Wert um 0,8 Prozent. Kurios dabei: Im Vergleich zur selben Zeit ein Jahr zuvor, also dem 2. Halbjahr 2024, fiel der Preis sogar minimal – halt nur um 0,4 Prozent. Aber wenn man den Sprung zurück ins Jahr 2021 wagt, direkt vor die Eskalation des Ukraine-Kriegs, dann merkt man: Die Gasrechnung ist im Schnitt fast 80 Prozent fetter geworden! – schon Wahnsinn. Und bei Strom? Der kostete private Verbraucher zuletzt im Schnitt 40,55 Cent pro Kilowattstunde, also 1,6 Prozent mehr als noch im Frühjahr 2025. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein leichter Rückgang, aber immer noch satte 23 Prozent Aufschlag im Vergleich zu 2021. Besonders auffällig: Steuern, Abgaben und Umlagen spielen eine immer größere Rolle. Während die Preise für Beschaffung und Vertrieb relativ moderat blieben oder sogar leicht sanken, schlagen höhere Netzentgelte und gestiegene CO2-Abgaben ganz schön aufs Portemonnaie. Für Unternehmen, Behörden oder Handwerksbetriebe, also die so genannten Nicht-Haushalte, liefen die Preisbewegungen überraschend unterschiedlich. Wer eher wenig Gas verbraucht (zwischen 1.000 und 10.000 Gigajoule), zahlt inzwischen fast doppelt so viel wie noch 2021. Tatsächlich sind die Gaspreise für ganz große Abnehmer (über 4 Millionen Gigajoule Jahresverbrauch) seit dem damaligen Rekordhoch sogar wieder ordentlich gesunken – daran sieht man, dass auch Energiepreise Kapriolen schlagen, an denen die wenigsten Endkunden etwas ändern können. Beim Strom für Nicht-Haushalte zeigte sich ein ähnliches Bild: Kleinere Betriebe zahlen heute deutlich mehr als noch vor vier Jahren, während in der größten Verbrauchsklasse die Preise fast auf Vorkrisenniveau zurückgegangen sind. Manchmal hat man das Gefühl, Energiepreise sind wie das Wetter – jeder regt sich darüber auf, aber so richtig Einfluss hat kaum jemand.

2025 bleibt die Lage für Strom- und Gaskunden angespannt, auch wenn sich manche Preisentwicklungen leicht entspannen. Die wesentlichen Treiber für hohe Endpreise sind Netzentgelte, CO2-Kosten und steuerliche Belastungen, die private Haushalte besonders treffen. Während Großabnehmer in einigen Bereichen von gesunkenen Marktpreisen profitieren, bleiben die Belastungen für mittlere und kleine Verbraucher im Langzeitvergleich weiterhin hoch. Unterdessen werden Debatten über grundsätzliche Veränderungen am Strom- und Gasmarkt lauter: Von der Entkopplung der Strompreise vom Gas bis hin zu staatlichen Eingriffen. Hinzu kam im Sommer 2025 die Diskussion über den CO2-Preis, die Folgen für Energiearmut und die Förderung von Energiesparmaßnahmen – Themen, die Medien wie SPIEGEL, ZEIT oder FAZ besonders häufig beleuchteten, wobei auch politische Maßnahmen wie gezielte Entlastungspakete wieder auf die Tagesordnung rückten. Interessant: Trotz der sprunghaften Preisanstiege planten viele Haushalte mittelfristig Investitionen in Solaranlagen und klimaschonende Heiztechnologien, um unabhängiger zu werden.

Schlagwort aus diesem Artikel