Mal ganz ehrlich: Dass man je nach Wohnort für eigentlich identische Stromleistungen teils astronomisch unterschiedliche Preise abdrückt, fühlt sich ein bisschen wie eine absurde Lotterie an. Laut dem so genannten Strompreis-Atlas vom Portal StromAuskunft.de schwanken die Jahreskosten für 3.500 Kilowattstunden zwischen schlanken 1.052 Euro im bayrischen Stockstadt am Main und unfassbaren 2.195 Euro im baden-württembergischen Eberbach. Das macht über 1.140 Euro Unterschied – mehr, als so mancher im ganzen Jahr Stromkosten hat.
Noch auffälliger: Unter den 50 teuersten Stromregionen taucht Thüringen sage und schreibe 47-mal auf. Was da los ist? Tarifsystem, Netzgebühren, lokale Anbieterstrukturen – ein ziemlicher Flickenteppich.
Wer auf den Standardtarif, also Grundversorgung, setzt, zahlt somit besonders oft drauf. Hoffnungsschimmer: Wer aktiv zu einem günstigeren Anbieter wechselt, kann laut Analyse im Schnitt satte 561 Euro jährlich sparen. Fast schon grotesk, wie viel Sparpotenzial noch immer brach liegt.
Der Strompreis-Atlas, der diesen Zahlen zugrunde liegt, wertet Daten von mehr als 6.350 Städten und Gemeinden aus und orientiert sich dabei an einem typischen Verbrauch für einen Vierpersonenhaushalt. Spannend (und fast ein bisschen wütend machend): Das Ranking zeigt, dass Verbraucher beim Strompreis nicht nur auf Stromlagen, sondern auf ihre Adresse angewiesen sind.
Das Portal StromAuskunft.de, übrigens TÜV-geprüft und laut Stiftung Warentest führend beim Wechselservice, empfiehlt daher dringend, regelmäßig die Angebote auf dem freien Markt zu vergleichen – gerade in den Hochpreis-Regionen wie Thüringen. Die passende Grafik (Strompreis-Atlas) steht sogar hochauflösend für Redaktionen bereit.
Die Analyse des Strompreis-Atlas zeichnet ein deutliches Bild: Die Preisunterschiede für Haushaltsstrom sind in Deutschland nicht nur spür-, sondern oft auch existenziell. Vor allem Thüringen bleibt extrem teuer, und viele Verbraucher zahlen durch mangelnden Wettbewerb oder aus Bequemlichkeit weiterhin teils horrende Summen – obwohl der Wechsel des Stromanbieters inzwischen unkompliziert und oft mit wenigen Klicks möglich ist. Laut weiterer Berichte der letzten 48 Stunden sorgt der Strompreisanstieg bundesweit für Unmut und Bewegung auf dem Markt:
Regelmäßige Vergleiche und ein Wechsel des Anbieters sind nach wie vor laut Experten der wichtigste Hebel für niedrigere Rechnungen. Auch neue Gesetzesinitiativen, wie das geplante Energiepreisbremse-Ende, könnten besonders in den Hochpreisländern zu weiteren Herausforderungen führen (Quelle: www.sueddeutsche.de, www.zeit.de, www.faz.net).
Darüber hinaus warnen Verbraucherschützer, dass steigende Netzentgelte und durch regionale Monopole erschwerte Marktmechanismen die Schere vermutlich noch weiter öffnen, bis mehr Transparenz und Vereinfachung im Tarifmarkt ankommen (Quelle: www.spiegel.de, www.dw.com, www.taz.de).