Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (ja, das gibt's wirklich – Heimat im Ministerium!) legt Wert darauf, mit der dritten ‚Aktionswoche Torffrei gärtnern!‘ eine breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen: Es geht auch ohne Torf. Überall im Land machen Gartencenter, Pflanzenmärkte, Umweltgruppen und Hersteller mit – Tipps gibt’s zuhauf, Fragen werden beantwortet, und hier und da gibt es sogar kleine Veranstaltungen. Überraschend für viele: Den Wechsel zu torffreier Blumenerde darf man gelassen angehen. Einfach auf die Hinweise wie 'torffrei' achten, fertig? Fast. Torffreie Substrate sind ein Tick trockener und speichern Feuchtigkeit nicht so rekordverdächtig wie ihre torfhaltigen Kollegen. Also: häufiger, aber maßvoll gießen, ein wenig auf die Düngung schielen, und die Pflanzen danken es. Während der Aktionswoche greifen viele Läden das Thema offensiv auf – Beratung gibt’s diesmal nicht nur im Prospekt, sondern auch direkt an der Erde. Klimaschutz wirkt plötzlich ganz praktisch, überall zugänglich, selbst auf dem Land. Wer es noch genauer wissen will, mit Listen und Produkttests, surft einfach zu www.torffrei.info. Noch ein Gedanke am Rande: Der Hintergrund ist bitterernst. Torf kommt aus Mooren, die echte Kohlenstoffmonster unter den Speichern sind. Einmal abgebaut, entfleucht der gespeicherte Kohlenstoff als CO2 – das Klima leidet. Deshalb ist jede Tüte torffreie Erde irgendwie ein kleines Rettungsboot für das Klima. Immerhin.
Mit der Aktionswoche „Torffrei gärtnern!“ rückt klimaschonendes Handeln im Garten jüngst verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Laut taz werden im Rahmen der Initiative gezielt Infoaktionen und Beratungstermine angeboten, um Missverständnisse über torffreie Erden auszuräumen und Praxishilfen bereitzustellen. Aktuelle Berichte der Süddeutschen Zeitung belegen, dass immer mehr Händler ihre Sortimentsschwerpunkte auf nachhaltige, torffreie Produkte umstellen, während gleichzeitig Umweltschutzverbände den zunehmenden Druck auf die Politik befürworten und eine zeitnahe Umsetzung strengeren Torf-Abbaustopps fordern.