Früher Vogel, volle Werkstatt: Handwerk bleibt dominant
Klartext: Über 3.300 Betriebe hat clockin unter die Lupe genommen, und das Bild ist eindeutig. Der berufliche Wecker klingelt im Mittelstand konsequent: Durchschnittlich beginnt der Tag schon um 07:36 Uhr, das Handwerk setzt mit 07:00 Uhr noch einen drauf. Feierabend? Meist um 16:26 Uhr – klingt nach Rhythmus, nicht nach Starrheit.
Diese Zeitfenster kommen nicht von ungefähr. Der Alltag kleiner Betriebe ist eng getaktet: Wer Kunden pünktlich bedienen will, braucht feste Strukturen und Teams, die funktionieren. Ohne viele Worte: Flexibilität wird hier anders gelebt als in den Meeting-Marathons der Großkonzerne.
Krankheit? Kaum Thema bei KMUs
Überraschend: Im Mittelstand bleibt das Team meistens fit. Die Fehlzeitenquote liegt, abseits der offiziellen Erzählungen, spürbar unter dem bundesweiten Durchschnitt. Man kennt sich im kleinen Team, jeder Ausfall ist sofort zu spüren – das schweißt zusammen und sorgt offenbar für mehr Verantwortungsgefühl.
Kalkulierbarkeit als Überlebensstrategie
Planungssicherheit ist ein rares Gut – im Mittelstand allerdings fest verankert. Die großen Urlaubswellen rollen planbar im August, mit kleineren Wellen an Weihnachten und im Frühling. So schafft es der Mittelstand, trotz knapper Besetzung, Verlässlichkeit für Kunden und Partner zu garantieren.
Auffrischung für politische Debatten
Die aktuelle Faktenlage über den Mittelstand ist häufig dünn – der clockin-Report setzt dagegen und stützt sich auf harte Arbeitszeiten- und Abwesenheitsdaten statt Meinungsumfragen. Was hängen bleibt: Politische Forderungen nach mehr Flexibilität sollten die Lebensrealität in kleinen Betrieben, in denen Präsenz Pflicht ist, nicht länger ignorieren.
Zur Studie
Der Report wertet anonymisierte Zeitdaten von über 37.000 Anwendern aus über 3.300 Unternehmen in ganz Deutschland aus und liefert damit erstmals eine bodenständige, datenbasierte Zustandsbeschreibung aus dem Herzen der deutschen Wirtschaft.
Bei Fragen: Karla Terhaar, presse@clockin.de
Der clockin Workforce Report 2026 wirbelt die bequeme Erzählung von flexibler Arbeitswelt gehörig durcheinander und zeigt: Im Mittelstand ticken die Uhren anders, sogar ziemlich oldschool – und gerade das gibt Halt in unsicheren Zeiten. Die frühen Startzeiten, straffe Abläufe und ein ungewöhnlich geringes Erkrankungsaufkommen stützen laut der Studie nicht etwa ein veraltetes System, sondern sind Ausdruck zielgerichteter Anpassungsfähigkeit an die realen Bedingungen mittlerer und kleiner Unternehmen – insbesondere in Branchen, in denen Präsenz und Teamarbeit praktisch nicht wegzudenken sind. Neuere öffentliche Diskussionen etwa zu mehr Flexibilität oder Homeoffice blenden diese spezifischen Anforderungen oft aus; der Report liefert handfeste Gegenargumente und sensibilisiert dafür, dass politische Lösungsansätze viel stärker zwischen Konzern- und Mittelstandsperspektive unterscheiden müssen. Seit Veröffentlichung diskutieren auch Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung intensiv darüber, wie resilient das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – sprich der Mittelstand – künftig tatsächlich bleibt, denn Fachkräftemangel, Inflation und der zunehmende Wettbewerb mit digitalen Arbeitsmodellen lasten schwer auf den Unternehmen. Aktuelle Recherchen zeigen: Um zu bestehen, entdecken auch mittelständische Betriebe vorsichtige Spielarten von New Work, etwa kleine Zeitfenster für Homeoffice, doch die grundsätzliche Taktung und die personelle Nähe bleiben prägend (Stand: Juni 2024).