Tankstellenverband beschuldigt Ölkonzerne wegen Spritpreissprung

Mitten am Mittwoch schnellten die Kraftstoffpreise spürbar nach oben. Der Verband unabhängiger Tankstellen erhebt schwere Vorwürfe gegen die großen Mineralölkonzerne und spricht von gezielter Preistreiberei auf Kosten der Autofahrer.

heute 14:59 Uhr | 4 mal gelesen

Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellenverbands, sagte der „Rheinischen Post“, dass nicht etwa Steuern oder CO2-Abgaben für die Preisexplosion an den Zapfsäulen verantwortlich seien, sondern vielmehr die Mineralölgesellschaften selbst. Laut Rabl sei es eine „respektlose Verdummungsnummer gegenüber über 40 Millionen Autofahrern“, den Staat für die Kostensprünge geradezustehen zu lassen. Jeder könne nachrechnen, dass die Abgaben gar nicht geändert wurden – deshalb sticht für ihn ganz klar: Die Konzerne treiben die Spritpreise nach oben. Pikanterweise sorgte die neue Preisregelung direkt bei ihrem Start für einen Anstieg um mehr als vier Cent innerhalb weniger Minuten gegen Mittag. Der Durchschnittspreis für E10 ist laut ADAC von 2,099 Euro gegen zwölf Uhr auf 2,147 Euro nach zwölf innerhalb kürzester Zeit geschnellt.

Gerade mit Blick auf die aktuelle Entwicklung kritisieren unabhängige Tankstellenbetreiber erneut die Macht der Mineralölgesellschaften bei der Preisgestaltung. Nach Ansicht des Verbands sind Struktur und Timing der Spritpreiserhöhungen kein Zufall: Die Preissprünge treten stets zu besonders verkehrsintensiven Zeiten auf – meist dann, wenn Autofahrer auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Recherchen zufolge profitieren die Konzerne oft in solchen Situationen am stärksten; der Verdacht, dass Marktmechanismen bewusst ausgenutzt werden, hält sich hartnäckig. Laut neuesten Medienberichten reguliert sich der Tankstellenmarkt in Deutschland nur begrenzt durch Wettbewerb, was Transparenz und fairen Wettbewerb erschwert. Experten deuten zudem auf weiter steigende Förder- und Raffineriekosten sowie geopolitische Unsicherheiten hin, die sich ebenfalls auf den Endpreis niederschlagen, während die Verbraucher zunehmend unter der finanziellen Belastung stöhnen.

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