Trump schimpft erneut über angebliche 'Feigheit' der Nato-Verbündeten

Wieder einmal kritisiert Ex-US-Präsident Donald Trump das Engagement der Nato-Staaten. Auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social lässt er kein gutes Haar an seinen Partnern.

heute 15:00 Uhr | 1 mal gelesen

„Ohne Amerika funktioniert die Nato schlichtweg nicht“, verkündete Trump am Freitag auf Truth Social, seinem Kurznachrichtendienst. Ganz unverblümt warf er den Bündnispartnern vor, sich gedrückt zu haben, als es um den Widerstand gegen einen nuklearen Iran ging. Jetzt, nachdem dieser Konflikt seiner Meinung nach militärisch entschieden sei, klagten sie über hohe Ölpreise – aber bei der Sicherung der Straße von Hormus wolle wieder niemand mitmachen. Im Grunde, behauptete Trump, wäre die nötige Militäroperation ein Kinderspiel und kaum riskant. Doch seine alte Leier kam wieder: Die europäischen Partner seien zu ängstlich. 'Feiglinge', beschimpfte er sie, und warnte sogar, dass Amerika sich dies sehr wohl merken werde. Persönlich frage ich mich ja, warum Trump immer wieder mit martialischer Rhetorik gegen die Verbündeten poltert – ist das Taktik, Überzeugung oder einfach eine Mischung aus beidem? Und wäre die Realität tatsächliche so simpel, wie er es darstellt?

Trumps jüngste Tirade gegen die Nato ist kein Einzelfall. Die Verbündeten sehen sich immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, sie würden zu wenig für die Sicherheit der westlichen Welt tun – besonders im Kontext wachsender Unsicherheiten rund um den Iran und internationalen Energiepreise. Viele Regierungschefs in Europa halten allerdings Trumps Darstellungen für überzogen und warnen, dass solche Worte das ohnehin fragile Vertrauen innerhalb des Bündnisses weiter belasten. In den letzten 48 Stunden ist klargeworden, dass das Verhältnis über Kontinente hinweg angespannt ist. Ergänzend: Laut mehreren aktuellen Medienberichten, unter anderem von der „Süddeutschen“, wurde bei Nato-Treffen der Druck auf die Mitglieder, mehr Verantwortung zu übernehmen, weiter erhöht. Gleichzeitig reagieren europäische Diplomaten zunehmend irritiert auf Trumps wiederholte Provokationen.

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