In einem Beitrag auf Truth Social veröffentlichte der frühere US-Präsident eine scharfe Warnung an die iranische Führung: Sollten iranische Behörden die Straße von Hormus nicht binnen zwei Tagen wieder freigeben, plane die US-Armee, gezielt iranische Kraftwerke ins Visier zu nehmen – beginnend mit dem wichtigsten. Mit dieser klaren Eskalation zieht Trump die Linie zwischen Drohung und unmittelbar bevorstehender Aktion immer enger. Das Taktieren des Iran, die für den globalen Ölmarkt zentrale Wasserstraße zu blockieren, interpretiert Trump offenbar als Hebel, der den Westen zwingen soll, Zugeständnisse zu machen. Die Frist für ein mögliches Eingreifen der USA würde, rechnet man den Zeitpunkt von Trumps Drohung zurück, am Dienstagmorgen gegen zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit ablaufen.
Interessant dabei: Noch kürzlich hatte Trump öffentlich darüber nachgedacht, das militärische Engagement der USA in der Nahostregion herunterzufahren. Gleichzeitig versprach er deutlich, auch Israels Ministerpräsidenten Netanyahu im Zaum zu halten, um keine weiteren Angriffe auf iranische Energie-Anlagen zuzulassen. Der Iran wiederum reagierte – wenig überraschend – gereizt: Sollte Trump seinen Worten Taten folgen lassen, wären amerikanische Infrastrukturen im Nahen Osten das nächste Ziel – auch das ein Drohgebärde mit nicht absehbarem Ausgang.
Trumps neuerliches Ultimatum an den Iran, das auf eine militärische Eskalation im Falle einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus zielt, markiert einen deutlichen Wandel vom bisherigen Kurs. Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Öltransport von zentraler strategischer Bedeutung; etwa ein Drittel des auf Schiffen transportierten Öls passiert täglich diese Meerenge, was jedes aggressive Vorgehen in dieser Region zu einem globalen Risiko für Energiepreise und Versorgung macht. Interessant ist, dass sich auch andere internationale und regionale Akteure – etwa China, das stark auf Ölimporte aus dem Golf angewiesen ist, und die EU – bereits besorgt äußerten und hinter den Kulissen zwischen beiden Seiten zu vermitteln versuchen. Nach aktuellen Berichten erhöht sich die militärische Präsenz in der Golfregion beiderseits, während Diplomaten hektisch Möglichkeiten für eine Deeskalation ausloten.