Tschechiens Außenminister Macinka verweigert sich den zentralen Reformplänen zur EU, die von Johann Wadephul (CDU) gefordert werden, vor allem der Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips in der Außen- und Sicherheitspolitik. Für ihn steht fest: Kleine Mitgliedstaaten verlieren damit ihren Einfluss und die Fähigkeit, ihre nationalen Interessen ausreichend zu schützen. Auch andere Staaten kritisieren die Pläne, die auf mehr Mehrheitsentscheidungen setzen, als einen Angriff auf nationale Souveränität, während Deutschland und Frankreich verstärkt auf Effizienz und Handlungsfähigkeit pochen. In den letzten Debatten kam außerdem zur Sprache, dass die Erweiterung der EU zusätzlichen Druck auf Reformen ausübt, vor allem weil mit mehr Mitgliedern die Entscheidungsprozesse noch langsamer würden. Einige Länder Mittel- und Osteuropas, darunter Polen und Ungarn, warnen aber wie Tschechien vor einem zu starken Machtverlust kleinerer Staaten. Gleichzeitig fordern Befürworter wie der französische Präsident Macron mehr Einigkeit, insbesondere angesichts internationaler Krisen und geopolitischer Herausforderungen.