Tschernobyl – Das Verhängnis
Es ist fast schon unvorstellbar: In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 explodierte der vierte Block des Atomkraftwerks Tschernobyl, irgendwo tief im sowjetischen Nirgendwo. Wer meint, solch eine Tragödie verschwinde mit den Jahren, unterschätzt ihre Echos. Die ZDF-Dokumentation, verantwortet unter anderem von Ariane Riecker, lässt Überlebende zu Wort kommen. Ihre Geschichten hallen nach – etwa Nikolai Steinberg, der als Ingenieur in der Hölle aus Reaktorstaub und Notlügen mittendrin war. Basierend auf der ZDFinfo-Reihe erzählt der Film keine heldenhaften Dramen, sondern zeichnet ein facettenreiches, manchmal beklemmendes Bild aus Erinnerungen und Fakten.
Russlands Atomdeals – Europas Abhängigkeit
Dass Russlands Atomindustrie heute ein geopolitischer Hebel ist, zeigt die nachfolgende "frontal"-Doku. 40 Jahre nach dem Super-GAU wird klar: Nicht das Strahlen, sondern politische Abhängigkeit bedroht Europa. Der russische Staatskonzern Rosatom dominiert den europäischen Markt und liefert weiterhin Brennelemente – und das, trotz aller Embargos gegen Russland. Auch die deutsche Brennstäbefabrik Lingen steht im Fokus – und die Frage: Gibt es Alternativen? Immerhin, die Ukraine zeigt mit dem amerikanisch-kanadischen Anbieter Westinghouse: Es geht durchaus, wenn man will. Widerstände und Proteste nehmen weiter zu.
Für Medien-Rückfragen stehen Thomas Hagedorn und das ZDF-Presseteam zur Verfügung. Wer mag, kann Pressefotos downloaden oder per E-Mail anfordern. Vorschauen und weitere Infos bietet das ZDF-Portal – und selbstverständlich ist der Livestream schon am Dienstagmorgen abrufbar.
Mehr Details zu beiden Dokus gibt’s unter den bereitgestellten Link-Adressen.
Die beiden ZDF-Dokumentationen nehmen die Tschernobyl-Katastrophe und Russlands gegenwärtigen Einfluss durch seine Atomindustrie in den Blick. Experten wie Zeitzeugen erhellen, wie tief das Reaktorunglück von 1986 Europa und das Verständnis von Atomenergie geprägt hat; gleichzeitig enthüllt die "frontal"-Sendung, wie Europas Energiesicherheit nach wie vor eng mit russischen Lieferungen verbunden ist. Die Ukraine schafft bereits mit Westinghouse alternative Wege und betont die Dringlichkeit politischer Unabhängigkeit im Energiesektor.
Erweiterte Recherche: Tschernobyl bleibt nicht nur wegen verstrahlter Böden relevant – auch in Bezug auf die Sicherheitsarchitektur in Europa werden fortlaufend Lehren gezogen. Im aktuellen öffentlichen Diskurs werden Atomkraftwerke in der EU erneut hinsichtlich ihrer Resilienz gegen Naturkatastrophen und gezielte Angriffe bewertet. Russlands Atomgeschäfte stehen zunehmend in der Kritik, weil Energiemärkte als politische Waffen instrumentalisiert werden – zahlreiche Länder suchen daher nach neuen Partnern und Technologien, um die Abhängigkeit von Moskau zu verringern.