Manchmal fühlt sich Fußball wie eine endlose Geduldsprobe an. In Augsburg war das am 17. Spieltag der Bundesliga definitiv so: Union Berlin ackerte, kombinierte und blieb trotzdem viel zu oft am Augsburger Abwehrbollwerk hängen. Die Gastgeber – wenig kreativ, aber umso disziplinierter – lauerten auf Konter, während Union meist das Spiel bestimmte, aber vor dem Tor erstaunlich harmlos blieb. Kurz vor der Halbzeit dann der Schock für die Berliner, als Alexis Claude-Maurice aus heiterem Himmel aus der Distanz einnetzte – sechste Nachspielminute in Hälfte eins! Nach der Pause änderte sich wenig am Spielcharakter, eigentlich wackelte lange kaum etwas. Doch dann, als Augsburgs Derrick Köhn für ein rustikales Foul mit Rot vom Platz flog (89.), witterten die Köpenicker noch einmal Morgenluft. In Überzahl – und als fast schon keiner mehr dran glaubte – traf Marin Ljubicic in der 92. Minute zum Ausgleich. Was bleibt? Ein Punkt für jedem Team, aber gefühlt haben beide Seiten Nerven gelassen.
Die Begegnung zwischen dem FC Augsburg und Union Berlin war ein Paradebeispiel für defensiv geprägten Bundesliga-Fußball mit späten, dramatischen Wendungen. Während Augsburg mit Leidenschaft verteidigte und durch Claude-Maurice mit der letzten Aktion der ersten Hälfte in Führung ging, belohnte sich Union Berlin für seinen Aufwand erst in der Verlängerung nach Köhns Platzverweis. Mit dem Remis bleibt der Abstiegskampf für beide weiterhin präsent – ein klassisches Beispiel, wie sich im Fußball oft alles erst ganz zum Schluss entscheidet. Darüber hinaus berichten aktuelle Quellen davon, dass der Kampf um den Klassenerhalt noch intensiver geworden ist und kleine Formfehler plötzlich große Auswirkungen auf die restliche Saison haben können.