Manchmal gibt es Momente, in denen selbst eingefleischte Fußballfans nur noch sprachlos den Kopf schütteln. Das Vorrunden-Aus des DFB-Teams hat so eine Schockwelle ausgelöst. Stephan Mayer, Sprecher für Sportpolitik der Unionsfraktion im Bundestag, lässt gegenüber der 'Rheinischen Post' durchblicken: Nun reicht's. Er verlangt eine schonungslose Analyse. Mayer betont – auffallend ehrlich und etwas resigniert – der Verband müsse mit Demut und echtem Selbstkritik-Modus aufarbeiten, was schiefgelaufen ist. Schon allein der Gedanke, dass die jüngere Generation in Deutschland kein überzeugendes WM-Erlebnis mit der Nationalmannschaft hatte – bedrückend, eigentlich. Während man an der Oberfläche viel Kritik am Trainerteam hört, geht Mayer einen Schritt weiter: Es geht hier um mehr, sagt er sinngemäß. Warum kann der DFB bei den Junioren oft glänzen, während im A-Team regelmäßig Enttäuschungen hageln? Die Kluft ist offensichtlich, und einige fragen sich inzwischen, ob sie jemals wieder geschlossen werden kann.
Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM wächst der Druck innerhalb der Politik, insbesondere von Seiten der Union, auf den DFB. Stephan Mayer (CSU) fordert, das Trainerteam und die Verbandsspitze ehrlich zu hinterfragen und betont die Verantwortung gegenüber der nachwachsenden Fußballgeneration. In den letzten Tagen wurde in mehreren Medien diskutiert, ob nicht grundsätzlich die Nachwuchsarbeit und die Durchlässigkeit zu den Führungsetagen im DFB grundlegend reformiert werden müssen – ein Thema, das auch bei anderen Verbänden in Europa immer wieder für Debatten sorgt.