ZDF setzt Zeichen auf dem Filmfest München: Vielfalt, Innovation und neue Talente

Mainz – Bei der diesjährigen „Orange Hour“ des ZDF traf sich eine bunte Mischung aus rund 650 Kreativen, Filmschaffenden und bekannten Gesichtern aus der Schauspielbranche zum Austausch in lockerer Atmosphäre auf dem 43. Filmfest München. Persönlichkeiten wie Bestsellerautorin Juli Zeh – die zum ersten Mal Drehbücher für das Fernsehen schrieb –, Heino Ferch, Tobias Moretti („München Beats“), Lili Epply und viele weitere prägten die Begegnung rund um die insgesamt 16 ZDF-(Ko-)Produktionen, die im Festivalprogramm vertreten sind.

30.06.26 14:00 Uhr | 1 mal gelesen

Wer schon mal ein lautes Get-together miterlebt hat, kann sich vermutlich vorstellen, wie es bei der traditionellen ZDF-Orange Hour zugeht: Stimmengewirr, aufgeregtes Lachen, Schulterklopfen, spontane Gespräche in kleinen Grüppchen. Inmitten der Menge: ZDF-Programmdirektorin Dr. Nadine Bilke und Heike Hempel, die das ZDF als verlässlichen, innovativen Partner für Kreative und Produzierende positionieren wollen. Bilke brachte es auf den Punkt – gerade in turbulenten Zeiten seien Verlässlichkeit, Investitionen in originäre Spielformate und der Austausch mit den Macherinnen und Machern besonders wichtig. Sie rückte außerdem die gesellschaftliche Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Medien ins Rampenlicht, die einen Raum für demokratischen Diskurs und kulturelle Vielfalt schaffen – nicht nur als ‚Content-Lieferant‘, sondern als Ort für Dialog und Weiterentwicklung. Zugleich ist für das ZDF klar: KI und sich verändernde Sehgewohnheiten sind Herausforderung und Chance – die Sender müssen genauer hinhören, was die Zuschauenden bewegt, und Geschichten feiner zuschneiden. Trotz aller Digitalisierungsdynamik bleibt das Erzählen im Zentrum, vor allem solche, die noch nicht hundertmal auserzählt worden sind. Besonders hebt Hempel das Regieprogramm hervor: Es soll frische Perspektiven und Handschriften fördern, explizit Regisseurinnen Wege in den Mainstream ebnen. Dass das funktioniert, zeigt schon der Blick auf die Karrieren früherer Teilnehmerinnen, die längst etablierte Größen im Fernseh- und Streaming-Business sind. Im Wettbewerb präsentierte das ZDF dieses Jahr unter anderem „München Beats“ und das Erstlingsprojekt von Juli Zeh „Die falsche Tochter“ – und die brandneue Serie „Wake Up“ heimste prompt den Bernd Burgemeister Fernsehpreis ein, ein gelungener Start für das Festival-Line-up.

Das Zusammentreffen des ZDF auf dem Filmfest München steht 2024 besonders im Zeichen von Innovation, Förderung weiblicher Regietalente und öffentlicher Verantwortung im Mediensektor. Thematisiert wurden sowohl die Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz und veränderte Mediennutzung als auch die Chancen, mit herausragenden neuen Formaten und einer stärkeren Diversität innerhalb der Kreativlandschaft Akzente zu setzen. Aktuell wird in vielen Medienbeiträgen betont, wie wichtig gerade in Krisenzeiten eine lebendige Film- und Serienkultur ist – etwa angesichts von Sparzwängen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder der wachsenden Konkurrenz internationaler Produzenten. Zusätzlich diskutiere man über die Effekte der Streamer auf hiesige Produktionen, etwa hinsichtlich kreativer Freiräume oder neuer Arbeitsmodelle für Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen. Das ZDF möchte die Balance bewahren: frische Impulse durch neue Talente, ohne bewährte Handschriften zu vernachlässigen. Auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit demokratiestärkenden Themen spielt eine Rolle, wie in Interviews beim Filmfest hervorgehoben wurde.

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