Manchmal kommt eine Idee nicht elegant daher, aber vielleicht ist sie pragmatischer, als es zunächst klingt. Stephan Stracke von der CSU, seines Zeichens Vize der Unionsfraktion, stellt zumindest in den Raum, ob nicht der Zugang zu den Gleisen mit etwas mehr Sperrigkeit versehen werden sollte – sprich: lieber nur mit gültigem Ticket an den Bahnsteig lassen. Hat ja in anderen Ländern auch funktioniert, so sein Argument laut „Rheinischer Post“. Der Mensch mag es unkompliziert, aber in Zeiten, in denen Sicherheit auch mal unbequem ist, müsse über „neue alte“ Lösungen gesprochen werden, gerade im bunten Getümmel großer Bahnhöfe. Interessant ist auch Strackes Haltung zu der Debatte um das Deutschlandticket: Ein Passfoto aufs Ticket sei kein Allheilmittel, aber ein Schritt weg von den endlosen Ausweiskontrollen, die offenbar manchem Bahnmitarbeiter die Laune und bisweilen sogar die Gesundheit verderben. Klar, blankes Plastik im Portemonnaie ersetzt keine Zivilcourage, aber laut Stracke könnte ein personalisiertes Ticket so manche Eskalation im Keim ersticken. Nicht jeder will das hören – aber dass sich hier was drehen muss, merken wohl alle, die im ICE schon einmal Zeuge einer bösen Auseinandersetzung wurden.
Die Union schlägt vor, Zugangskontrollen an Bahngleisen zumindest für größere Bahnhöfe in Deutschland einzuführen, um die Sicherheit im Bahnverkehr zu stärken. Im internationalen Vergleich gibt es tatsächlich Länder, in denen das Betreten von Bahnsteigen nur mit einem gültigen Fahrausweis erlaubt ist – etwa in Italien, Spanien oder Großbritannien wurde damit die Zahl der unbefugten Zugänge und Zwischenfälle reduziert. Bei der Debatte um das personalisierte Deutschlandticket knüpft Stracke an die Forderung an, Ausweiskontrollen für das Bahnpersonal zu minimieren, um aggressive Situationen zu entschärfen; tatsächlich zeigen aktuelle Vorfälle, dass fehlende Deeskalationsstrategien und unklare Verantwortlichkeiten für Spannungen im Bahnbetrieb sorgen. Außerdem wird aktuell diskutiert, ob Zugangskontrollen tatsächlich praktikabel und für den Alltag im deutschen Regional- und Fernverkehr umsetzbar sind – hier gibt es von Fahrgastverbänden und Gewerkschaften erhebliche Zweifel, auch was die Barrierefreiheit und die Kosten betrifft.