In einem Gastartikel für die 'Welt am Sonntag' bezog Weber klar Stellung: 'Wir stehen ganz vorne, wenn es darum geht, jede Form von Extremismus zu bekämpfen.' Er betonte, dass sein Lager keinerlei Einflussnahme radikaler Gruppen auf Gesetzestexte oder Personalentscheidungen dulde. Bereits vor Jahren habe er die Bedingungen für eine sogenannte Brandmauer festgelegt – diese müsse 'pro Rechtsstaat, pro Europa und pro Ukraine' sein. Weber versichert, dass die EVP niemals mit Parteien kooperieren würde, die diese Grundwerte infrage stellten. Besonders kritisch äußerte er sich gegenüber den politischen Gegnern auf der linken Seite: 'Von Sozialdemokraten und Grünen wünsche ich mir ein ähnlich klares Vorgehen gegen Linksradikalismus.' Die Brandmauer sei, so Weber spitz, kein Schutzbunker vor Wahlergebnissen, die einem nicht passen: 'Unser Kurs richtet sich nach dem Wähler – nicht nach Parteikalkül.' Für ihn zählt, das habe er unterstrichen, immer der konkrete Auftrag der Wählerinnen und Wähler und weniger taktische Spielchen. Aus seiner Sicht: Inhalte, nicht Machtspielchen, sollten im Vordergrund stehen. Übrigens: Man könnte sich fragen, ob diese Art Abgrenzung am Ende wirklich immer so eindeutig bleibt – oder ob am Ende doch parteipolitische Interessen die Oberhand gewinnen. Ein nachdenklicher Moment, ehrlich gesagt.
Manfred Weber, Chef der EVP im Europaparlament, steht weiterhin zu der umstrittenen Abstimmung seiner Fraktion mit Rechtsaußen-Parteien. Er betont, dass es keine Kompromisse oder Kooperation mit extremistischen Kräften geben werde, solange diese nicht für Rechtsstaatlichkeit, Europa und die Ukraine eintreten. In mehreren aktuellen Berichten wird diskutiert, ob Webers Kurs Ausdruck realpolitischer Pragmatik oder lediglich Rhetorik ist. Die Debatte über Brandmauern gegenüber den Rändern des politischen Spektrums ist damit aktueller denn je – zumal nach den jüngsten EU-Parlamentswahlen viele Zentristen eine Zusammenarbeit mit radikaleren Parteien als wenig realistisch sehen, während andere sie als nötigen Schritt betrachten, um parlamentarische Blockaden zu vermeiden. Außerdem wird thematisiert, wie die EVP ihren Kurs nach den Wahlergebnissen neu absteckt und ob Webers Abgrenzung tatsächlich stabil bleibt oder in der Praxis aufweicht.