Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Bahn mit erheblichen Störungen von sich reden macht – diesmal aber hat ein Ausfall des Digitalfunks die Züge komplett zum Stehen gebracht. Unionsfraktionsvize Stephan Stracke hebt deshalb den Finger (verbal, versteht sich) und macht deutlich: Frau Palla müsse jetzt zeigen, dass sie das Bahn-Chaos wenigstens in den Griff kriegen will. Die Misere betrifft nicht allein bröckelnde Gleise oder windschiefe Weichen, sondern eben auch die Technik im Hintergrund, die nach Ansicht von Stracke eigentlich so wirken sollte, als würde sie zumindest aus dem aktuellen Jahrzehnt stammen. Letztlich, und das klingt fast schon verzweifelt, dürfe nicht ein einziges System, das niemand beim Namen kennt, ausreichen, um den Schienenverkehr bundesweit lahmzulegen. Ein seltsamer Weckruf für eine Bahn, deren Zustand zum geflügelten Wort wurde – und ehrlich: Wer hat sich nicht schon mal im Regen am Bahnsteig gefragt, was genau da eigentlich schiefgelaufen ist?
Kern des Problems: Die jüngste Störung im Digitalfunksystem der Deutschen Bahn hat einmal mehr offengelegt, wie anfällig zentrale Infrastrukturen sind. Die Union nimmt insbesondere Evelyn Palla, im Bahn-Vorstand für den Personenverkehr zuständig, in die Verantwortung und verlangt modernste, widerstandsfähige Technik sowie eine schnelle Ursachenklärung. Nach Medienberichten arbeiteten Techniker mit Hochdruck an der Problembehebung – doch Experten mahnen, dass strukturelle Investitionen und eine redundante, krisenfeste Infrastruktur unerlässlich sind, um künftige Komplettausfälle zu verhindern.