Union gewinnt zwei Prozentpunkte in aktueller Umfrage – Zufriedenheit mit Regierung bleibt niedrig

Die Union legt im neuen ARD-DeutschlandTREND um zwei Prozentpunkte zu, doch das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundesregierung dümpelt weiter auf niedrigem Niveau. Wer punktet, wer verliert – und was sagen die Menschen zum politischen Geschehen?

heute 19:09 Uhr | 3 mal gelesen

Die Union scheint nach längerer Durststrecke wieder etwas Rückenwind zu spüren: Im ARD-DeutschlandTREND liegt sie bei 28 Prozent, zwei Zähler mehr als noch Anfang Februar. Die AfD dagegen verliert leicht und landet bei 23 Prozent. Kein gutes Blatt für die SPD – ihr Anteil fällt auf 14 Prozent, ebenso einen Punkt weniger. Grüne und BSW können sich je um ein Prozent verbessern, das BSW bleibt aber mit 4 Prozent unter der Fünfprozenthürde. Die Linke sinkt, FDP und andere kleinere Parteien stagnieren bzw. verlieren leicht. Wenig Mut macht das alles der Bundesregierung: Gerade einmal ein Viertel der Befragten zeigt sich mit deren Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, während die große Mehrheit (73 Prozent) wenig bis gar keinen Gefallen daran findet.

Interessanterweise ist es trotzdem so, dass immerhin etwas mehr Leute den Umgangston innerhalb der Koalition goutieren als noch im Mai – ein kleiner Hoffnungsschimmer? Wirklich überzeugend wirken die politischen Initiativen der Großen Koalition auf die befragten Menschen indes nicht: Nur 18 Prozent finden das politisch Überzeugende, 79 Prozent sind enttäuscht bis genervt. Auch die Kommunikationsleistung der Regierung bekommt kaum Zuspruch. Auf individueller Ebene schneidet Verteidigungsminister Boris Pistorius weiterhin am besten ab, auch wenn sein Wert leicht sinkt. Viele andere Kabinettsmitglieder kennen offenbar etliche Leute gar nicht oder wollen sich nicht festlegen – ein Phänomen, das einerseits mit Politikverdrossenheit, aber auch mit medialer Präsenz zu tun haben dürfte. Die Liste der Zufriedenheitswerte bleibt insgesamt durchwachsen, einzelne Ausschläge nach oben (oder unten) scheinen momentan eher auf persönliches Image oder aktuelle Ereignisse zurückzuführen zu sein als auf langfristige Trends.

Zur Transparenz: Befragt wurden 1.317 wahlberechtigte Personen im Zeitraum Montag bis Mittwoch dieser Woche. Wer sich für den genauen Wortlaut der Fragen interessiert, findet weitere Infos in der WDR-Presselounge. Der ganze Umfragezirkus ist manchmal auch eine Momentaufnahme – das muss man ehrlicherweise dazu sagen.

Der ARD-DeutschlandTREND zeigt eine leichte Stärkung der Union, während viele andere Parteien stagnieren oder an Punkten verlieren. Das allgemeine Vertrauen in die Regierung bleibt äußerst gering: Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung zeigt sich mit deren Arbeit zufrieden, die Kritik an politischer Kommunikation und Umsetzung ist noch breiter verankert als zuvor. Die personalisierten Zufriedenheitswerte spiegeln häufig mehr die mediale Sichtbarkeit und die aktuelle politische Stimmungslage als dauerhafte Zustimmung wider. Ergänzend dazu zeigen aktuelle Medienberichte, dass die politischen Lager in Deutschland zunehmend fragmentiert sind und die Wechselstimmung sowohl von sozialen als auch wirtschaftlichen Themen angefeuert wird. Neue Umfragen betonen die Unsicherheit vieler Wähler*innen angesichts internationaler Krisen (Ukraine, Nahost) und wirtschaftlicher Herausforderungen. Auch erscheinen mit der neuen Wahlrechtsnovelle und möglichen Koalitionsverschiebungen neue Dynamiken im Parteiensystem und Wahlverhalten.

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