Unionspolitiker Müller zeigt sich offen für Rentenalter 70

Sepp Müller, Vizechef der Unionsfraktion, spricht sich dafür aus, das Renteneintrittsalter allmählich auf 70 Jahre anzuheben und auf diese Weise das Rentensystem zukunftsfähig zu halten. Die endgültigen Empfehlungen der Rentenkommission seien ihm zwar bisher noch nicht bekannt, das grundsätzliche Konzept einer höheren Altersgrenze hält er dennoch für sinnvoll.

heute 09:33 Uhr | 4 mal gelesen

Sepp Müller wirft in die Debatte gewohnt steil die Idee: Bis zum siebzigsten Lebensjahr zu arbeiten, das sollte irgendwann für die jüngeren Generationen normal werden. "Die Eltern, die bereits früh im Berufsleben standen, sollen nach 45 Jahren Arbeit bitte in aller Ruhe ihren Ruhestand genießen – dafür haben sie schließlich auch Ihren Beitrag geleistet," meint Müller. Gleichwohl wackelt er nicht: Es müsse sichergestellt werden, dass die Stabilität des Rentenniveaus nicht ins Wanken gerät oder – noch schlimmer – die heutigen jungen Leute am Ende keinen Ruhestand mehr erleben. "Gut beraten sind wir, die kommenden Kommissionsvorschläge schnellstmöglich umzusetzen und daraus Gesetze zu machen," betont er. Interessant: Den Begriff 'wohlverdient' verwendet er bewusst, fast schon mit einem Hauch Nostalgie. So gesehen, ist Müllers Haltung fast schon pragmatisch, auch wenn viele Bürger beim Gedanken an die 70 sicher erst mal schlucken.

Die Forderung nach einer schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre wird von Vizefraktionschef Müller als sinnvoll eingeschätzt, um demografische und finanzielle Herausforderungen des Rentensystems zu bewältigen. Müller betont einerseits die Relevanz, das Rentenniveau zu sichern – also eine Art solidarischer Ausgleich zwischen den Generationen – und verweist andererseits auf die Notwendigkeit, künftige Altersarmut zu vermeiden. Die Diskussion um die Rente mit 70 gewinnt an Fahrt, gerade auch angesichts der aktuellen demografischen Entwicklung: Prognosen zufolge wird die Zahl der Beitragszahler bis 2050 deutlich sinken, während immer mehr Menschen ein immer längeres Leben im Ruhestand verbringen. Zeitgleich weisen Experten darauf hin, dass ohne Reformen – ob höhere Beiträge, längere Lebensarbeitszeit oder geringeres Rentenniveau – das deutsche Rentensystem an seine Grenzen stößt. In den letzten 48 Stunden betonte Finanzminister Christian Lindner erneut die Notwendigkeit langfristiger Reformschritte, gleichzeitig warnt der DGB vor einer Überlastung der Beschäftigten. Auch die SPD lehnt eine starre Anhebung auf 70 strikt ab und setzt auf flexible Übergänge sowie stärkere betriebliche und private Vorsorge.

Schlagwort aus diesem Artikel