Manchmal fühlen sich Tage an den Börsen an wie das Hinabsausen in einer alten Achterbahn: Genau so war es am Mittwoch in New York. Nach einem anfangs eher nervösen Handel sackte der Dow Jones schließlich auf 51.493 Punkte ab – rund 1 % weniger als noch gestern. Auch beim S&P 500 war die Luft draußen: Ein sattes Minus von 1,2 %, während der Nasdaq 100 gleichauf mit einem Prozent hinterherhumpelte. Interessanterweise hatte die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrem ersten Treffen unter der Führung von Kevin Warsh erst einmal keine neuen Zinssignale gesetzt – weder rauf noch runter, alles bleibt wie es war. Keine „Forward Guidance“ – das ist der sonst übliche, leicht nebulöse Ausblick, denn eigentlich will niemand zu genau festlegen, wohin die geldpolitische Reise geht. Und doch: Der frisch veröffentlichte „dot plot“ (die berühmte Zinsprognosegrafik der Fed) zeigte, dass gut die Hälfte der Entscheidungsträger dieses Jahr zumindest eine Zinserhöhung für wahrscheinlich hält – klar, da horchen die Märkte auf. Und sonst so? Der Euro gab nach, rutschte auf 1,1492 US-Dollar. Gold, sonst als sicherer Hafen beliebt, verlor kräftig an Wert, während Öl nur wenig nachgab – ein solider, fast langweiliger Abend für die Spritfreunde.
Der spürbare Kursrückgang an den US-Börsen am Mittwoch ist eng verknüpft mit der anhaltenden Unsicherheit rund um die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve. Obwohl die Zentralbank unter Kevin Warsh vorerst keine neuen Schritte beim Leitzins eingeleitet hat, rechnet eine Vielzahl der Offenmarktausschuss-Mitglieder mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung im laufenden Jahr – das ließ die Anleger hellhörig und skeptisch werden. Gleichzeitig schwächelte der Euro spürbar, Gold verlor unerwartet stark (möglich, weil Zinserwartungen tendenziell die Attraktivität von Gold dämpfen), und Öl verharrte fast unverändert auf niedrigem Niveau. – Online finden sich ähnliche Einschätzungen, dass die Märkte auf jedes kleine Fed-Signal mit Nervosität reagieren: Nach Recherchen deutscher Leitmedien zeigt sich, dass Unsicherheiten bei der Zinspolitik die Märkte extrem beeinflussen. Darüber hinaus ist auch die Erwartung neuer Wirtschaftsdaten, die die Inflations- und Arbeitsmarktentwicklung betreffen, ausschlaggebend für das Sentiment an den US-Aktienmärkten. (Quellen: taz.de, faz.net, sueddeutsche.de)