Es war so einer dieser Tage an der Wall Street, an dem sich keine klare Richtung ablesen ließ: Der Dow Jones rauschte zum Handelsschluss auf 52.348 Punkte runter – ein sattes Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Kurz vorher dümpelte der S&P 500 eher leicht im Minus, etwa bei 7.483 Punkten – minus 0,3 Prozent. Erstaunlicherweise hielt sich der technologiegetriebene Nasdaq 100 mit rund 29.253 Punkten ein Stückchen im Plus, auch wenn es nur 0,3 Prozent waren – fast ein bisschen trotzig gegen den restlichen Markttrend.
Beherrschendes Thema war das erneute Aufflammen der Spannungen zwischen den USA und Iran – die Sorge, dass daraus weitere Handelsstörungen entstehen könnten, lag spürbar in der Luft. Neben den geopolitischen Unsicherheiten beschäftigten sich etliche Marktteilnehmer auch mit dem neuen Fed-Protokoll: Einige Teilnehmer im US-Zentralbankgremium meinten, eine Zinssenkung könnte angebracht sein, während andere mit höheren Zinsen rechneten. Klar war nach der Sitzung trotzdem nichts – auch das gehört wohl zum Tagesgeschäft. Besonderer Knackpunkt für viele bleibt die Möglichkeit, dass die Straße von Hormus länger blockiert sein könnte – das Risiko für eine steigende Inflation ist dadurch in die Märkte eingesickert.
Der Euro konnte dagegen am Mittwochabend etwas aufholen: 1,1425 US-Dollar gab es für einen Euro, umgekehrt bekam man einen Dollar für 0,8753 Euro. Gold schwächelte – 4.079 US-Dollar die Unze, das war ein Minus von 0,7 Prozent. Pro Gramm Gold waren das etwa 114,80 Euro. Öl hingegen drehte richtig auf, insbesondere Brent legte kräftig zu: 78,79 US-Dollar pro Barrel, satte +6,2 Prozent zum Vortag.
Am Mittwoch präsentierten sich die US-Börsen alles andere als einheitlich: Während der Dow Jones einen deutlichen Rückgang hinnehmen musste, zeigten sich Technologieaktien robuster. Hauptsorge war die politische Unsicherheit rund um das Ende der Waffenruhe zwischen USA und Iran, was die Stimmung spürbar drückte und Inflationserwartungen schürte – vor allem, falls die Straße von Hormus länger gesperrt bleibt. Gleichzeitig spiegelte das veröffentlichte Fed-Protokoll die Unsicherheit der Zentralbank über den künftigen Zinspfad wider: Uneinigkeit herrscht darüber, ob der Leitzins in nächster Zeit gesenkt oder angehoben werden sollte; selbst Experten scheinen keine eindeutige Einschätzung zu haben. Während Tech-Werte geringfügig zulegen konnten, sackten vor allem klassische Industrieschwergewichte ab. Der Ölmarkt reagierte nervös und preiste das neue geopolitische Risiko prompt ein, wohingegen Gold als sicherer Hafen diesmal nicht profitieren konnte. Der Euro behauptete sich etwas besser gegenüber dem Dollar, konnte aber den insgesamt zurückhaltenden Markttag nicht überstrahlen.