Laut aktueller Mitteilung der Statistikbehörde in Washington haben die Verbraucherpreise in den USA im März im Vergleich zum Februar um satte 0,9 Prozent zugelegt. Bemerkenswert: Die sogenannte Kerninflation – also die Preissteigerung ohne die teils wankelmütigen Kosten für Energie und Lebensmittel – lag bei 2,6 Prozent. Ein leichter Zuwachs gegenüber den 2,5 Prozent im Februar, aber immer noch relativ moderat. Richtig deutlich fiel jedoch der Preisanstieg bei der Energie aus, hier geht es um satte 12,5 Prozent im Jahresvergleich. Das dürfte – so vermuten viele Beobachter – auch mit den jüngsten politischen Krisen im Nahen Osten zusammenhängen. Bei Lebensmitteln ist der Preisauftrieb mit 2,7 Prozent etwas abgesackt (Februar waren es noch 3,1 Prozent). Für Anleger und Notenbanker sind diese Zahlen keineswegs nur trockene Statistik, sondern hochbrisantes Signal: Steigen die Preise zu schnell, könnte die US-Notenbank (Fed) ihre Leitzinsen länger hochhalten als so mancher Anleger erwartet. Das wiederum bremst den Aktien- wie auch den Immobilienmarkt, weil sichere Geldanlagen plötzlich wieder attraktiver erscheinen – eine Art Dominoeffekt, der manche Kreise ziemlich nervös werden lässt. Aber, Hand aufs Herz, so ganz durchschaubar ist das Zusammenspiel von Politik, Energiepreisen und Inflationsspirale für mich persönlich manchmal nicht.
Die US-Inflationsrate ist im März 2024 überraschend kräftig gestiegen, vor allem getrieben durch die Energiepreise, die binnen eines Jahres deutlich angezogen haben – vermutlich nicht zuletzt wegen geopolitischer Spannungen und Lieferengpässen. Die Kerninflation kletterte nur leicht, lässt aber Spielraum für Spekulationen, wie robust sich die Preisentwicklung auf breiterer Front fortsetzt. Die Finanzmärkte wurden durch die Entwicklung aufgeschreckt, da eine langfristig höhere Inflation die derzeitigen Zinserwartungen und somit die Renditechancen an den Börsen wie auch für Immobilienbesitzer und Kreditnehmer ins Wanken bringt. Nach aktuellen Analysen auf taz.de, spiegel.de und faz.net wird das weitere Vorgehen der US-Notenbank nun intensiv beobachtet – ob es bald doch Zinssenkungen gibt, bleibt vorerst offen. Analysten nehmen zudem an, dass die gestiegenen Energiepreise und geopolitische Konflikte weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die Teuerungsraten in den kommenden Monaten haben könnten.