USA reduzieren deutlich militärische Beiträge für Nato-Verteidigungspläne

Washington plant, zentrale Waffensysteme und Kapazitäten aus der Nato-Planung zurückzunehmen – europäische Alliierten stehen nun vor neuen Herausforderungen.

heute 13:02 Uhr | 5 mal gelesen

Laut einem Bericht der 'Welt', der sich auf Insider aus dem Bündnis beruft, streichen die Vereinigten Staaten überraschend viele militärische Kapazitäten aus den bisherigen Planungen der Nato. Eine offizielle Liste, die bereits an die Partner weitergegeben wurde, soll vor allem bei Tankflugzeugen, Kampfflugzeugen, Drohenflotten, Bombern und maritimen Einheiten für ein spürbares Loch sorgen. Bemerkenswert ist, dass besonders moderne Luftbetankungsflugzeuge vom Typ KC-46 komplett aus dem Raster fallen, weitere Einsparungen betreffen F-16 sowie F-15E, während langstreckentaugliche Aufklärungsdrohnen ganz außen vor bleiben, quasi von einem Tag auf den anderen. Nicht eben ermutigend: Gerade Länder Europas könnten mit diesmal wirklich ernsthaften Lücken zu kämpfen haben, was insbesondere die Bereiche Luftbetankung, militärische Aufklärung und Drohneneinsätze angeht (dass man auch mal „auf dem Trockenen“ sitzen kann, wird hier plötzlich sehr konkret). Die Nato betont aber, dass europäische Staaten und Kanada inzwischen massiv mehr in ihre Rüstungsbudgets investieren – und aus Washington kommt der stille Hinweis, es wäre an der Zeit, dass diese Partner ihre neuen Fähigkeiten auch wirklich nutzen und Verantwortung nehmen. Die Feinheiten, wie tief diese Kürzungen gehen und welche Mittel vielleicht doch noch aufgestockt werden könnten, diskutieren die Mitglieder aktuell verstärkt – mit dem Ziel, spätestens beim Gipfel Anfang Juli in Ankara mit einer einheitlichen Strategie aufzutreten. Ob das klappt? Ich bin jedenfalls gespannt – manchmal kommt es ja doch ganz anders als gedacht.

Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, zentrale militärische Ressourcen aus den Nato-Verteidigungsplänen auszuklammern, sorgt inner- wie außerhalb des Bündnisses für reichlich Gesprächsstoff. Kritiker argumentieren, dass sich die europäischen Mitglieder nun stärker um Schlüsselkompetenzen wie Luftbetankung und Aufklärung bemühen müssen, während Befürworter die neue Eigenverantwortung begrüßen. Aktuelle Medienberichte wie in der Süddeutschen Zeitung und der FAZ weisen zudem darauf hin, dass sich der generelle Rüstungsdruck in Europa in den letzten Monaten erhöht hat, nicht zuletzt wegen der laufenden Unterstützung für die Ukraine und steigender Erwartungen an die militärische Eigenleistung im Bündnis. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass US-Wahlkampftaktik und innenpolitische Debatten mit in die Entscheidung hineinspielen – das Thema wird also wohl auch weiterhin auf höchster Ebene diskutiert.

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