Selen räumt ein, dass die Sicherung demokratischer Prozesse nicht nur in Bezug auf die AfD zu denken ist, sondern im größeren Kontext der Widerstandsfähigkeit demokratischer Strukturen – das klingt neutral, vielleicht auch vorsichtig. Innenminister Dobrindt stellt sich derweil unmißverständlich gegen eine politische Zusammenarbeit mit der AfD und betont, Mehrheiten ohne sie priorisieren zu wollen. Aktuelle Medienberichte zeigen: Der Verfassungsschutz beobachtet die neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland mit Argusaugen, zumal diese personell und ideologisch nahe an der früheren Jungen Alternative ist, die bereits als rechtsextremer Verdachtsfall galt; in Thüringen, Sachsen und Brandenburg – den Bundesländern mit bevorstehenden Landtagswahlen – kochen Diskussionen über den Umgang mit möglichen AfD-Regierungsbeteiligungen hoch. Nach Recherchen u.a. von taz und Spiegel rüsten sich Behörden und Parteien mit Szenarien für den Fall, dass die AfD in Regierungsverantwortung kommt. Verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Amadeu Antonio Stiftung warnen davor, dass Rechtspopulisten demokratische Institutionen von innen schwächen könnten.