VW sieht düstere Aussichten für Automarkt in China

Der Volkswagen-Konzern rechnet in China mit schwereren Zeiten und bereitet sich auf einen stagnierenden oder sogar schrumpfenden Absatzmarkt vor.

15.04.26 11:50 Uhr | 4 mal gelesen

Ralf Brandstätter – das ist der Mann, der VWs China-Geschäft verantwortet – schlägt Alarm: Chinas Automarkt, der lange zuverlässig gewachsen ist, könnte erstmals seit Jahren einbrechen. Also möglicherweise nicht einmal mehr das Level von 24 Millionen Fahrzeugen übersteigen, bestenfalls. Brandstätter sagte gegenüber der FAZ, dass nicht nur Förderungen für E-Autos gekürzt wurden, sondern sich auch der Ausblick fürs kommende Jahrzehnt eintrübt. Bis 2030 rechnet er eher mit 26 statt den bisher veranschlagten 28 Millionen Verkäufen pro Jahr. Wer immer noch von Supergewinnen in China träumt, 'lebt in der Vergangenheit', meint er – der Markt ist rauer geworden, der Konkurrenzdruck enorm. VW will versuchen, mit Innovationen und neuen Fahrzeugen dagegenzuhalten, sieht sich aber nicht mehr als Selbstläufer in China. Nebenbei ein interessanter Gedanke von Brandstätter: Die chinesische Regierung investiert massiv in Zukunftstechnologien, will unbedingt globale Führerschaft in KI, Quantencomputern und Robotik erlangen. Sieben Prozent mehr für Forschung und Entwicklung jedes Jahr – da muss auch Deutschland überlegen, am Ball zu bleiben. Wirtschaftliche Stärke, so seine Sicht, kommt am Ende eben aus technologischem Können – und daraus wächst dann auch Selbstbewusstsein.

VW rechnet damit, dass der chinesische Automarkt nach Jahren des Booms ins Stocken geraten könnte, was vor allem auf verschärften Wettbewerb und weniger staatliche Förderungen für Elektrofahrzeuge zurückzuführen ist. Die Prognosen für das Jahr 2030 sind zurückhaltender als bisher, auch weil sich der Technologiewettlauf mit chinesischen Herstellern deutlich zuspitzt. Brandstätter hebt hervor, dass Chinas Führung riesige Summen in Forschung und Entwicklung steckt, um die globale Technologieführerschaft auszubauen; eine Strategie, bei der sich auch Europa und speziell Deutschland neu positionieren müssen. Im Netz finden sich zahlreiche Einschätzungen, die den Rückgang des Automarktwachstums mit Überkapazitäten, gesättigten Märkten und dem harten Preisdruck – vor allem bei E-Autos – begründen. Laut Branchenbeobachtern kommen deutsche Hersteller unter Druck, weil chinesische Marken mit E-Autos oft günstiger und technisch konkurrenzfähig sind. Außerdem wächst der politische und wirtschaftliche Selbstbehauptungswille Chinas auch in der Autoindustrie, was westlichen Akteuren zunehmend die Expansion erschwert.

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