Wadephul sieht bei Atomgesprächen mit Iran zähen Weg voraus

Johann Wadephul (CDU) dämpft die Erwartungen an schnelle Erfolge bei den Verhandlungen rund um das iranische Atomprogramm, trotz neuem Schwung im amerikanisch-iranischen Dialog.

vor 59 Minuten | 4 mal gelesen

Ein Schritt nach vorn – aber noch lange kein Ziel erreicht. Das ist jedenfalls mein Eindruck, wenn ich CDU-Außenpolitiker Johann Wadephul im 'Nachtjournal Spezial' zuhören darf. Zwar betont er, dass die direkte Kommunikation zwischen den USA und dem Iran ein kleines Wunder sei – bisher musste man sich ja mit Zwischenstationen wie Katar begnügen –, doch beim Kernproblem, sprich: Wie verhindern wir, dass Teheran irgendwann tatsächlich Atomwaffen besitzt?, da sieht er weiterhin jede Menge dicke Bretter zu bohren. Eine Unterschrift unter das geplante Abkommen? Die hält er für ziemlich wahrscheinlich, aber was genau darin geregelt sein wird, bleibt fürs Erste nebulös. Wadephul klingt zuweilen etwas vorsichtig, fast so, als wollte er sich selbst nicht zu viel Hoffnung machen. Er sagt, es sei eine Chance, nachdem auf beiden Seiten endlich der Wille gewachsen sei, einen echten Durchbruch zu wagen. Interessant finde ich den Nebensatz: Er glaubt, der ökonomische und militärische Druck habe das iranische Regime zu echten Zugeständnissen und zum Dialog gezwungen. Ein seltener Moment von politischem Pragmatismus? Vielleicht. Sicher ist nur: Die nächsten Monate werden schwierige Gespräche bringen – und Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

Alles sieht nach einem diplomatischen Neustart aus zwischen Iran und USA – doch echte Substanz fehlt noch, weshalb internationale Beobachter, wie Wadephul, mit mühsamen, langen Verhandlungen rechnen. Der politische Hintergrund ist ein Cocktail aus wirtschaftlichen Zwängen, Druck und der Einsicht, dass Stillstand keiner Seite wirklich hilft. Inzwischen verdichten sich Hinweise, auch laut aktuellen Meldungen auf bspw. FAZ und Zeit.de, dass die Verhandlungen Teil einer umfassenderen Neuordnung in der iranischen Außenpolitik sind, was nicht zuletzt angesichts der innenpolitischen Spannungen im Iran als Versuch zu werten ist, die eigene Stabilität zu sichern und internationale Isolation aufzuweichen. Laut einer Einschätzung bei taz.de ist allerdings unklar, wie weit der Iran wirklich zu Zugeständnissen in der Atomfrage bereit ist, während die USA weiterhin umfassende Kontrollen fordern.

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