Wagenknecht kritisiert Pläne zur Aufweichung des Acht-Stunden-Arbeitstages

Sahra Wagenknecht äußert deutliche Kritik an Überlegungen, die tägliche Höchstarbeitszeit aufzuheben – und warnt vor Folgen für Beschäftigte und Familien.

heute 17:04 Uhr | 4 mal gelesen

Wer den Acht-Stunden-Tag abschaffen will, tritt Arbeitnehmern und ihren Familien eigentlich direkt vors Schienbein – so oder ähnlich drückt es Sahra Wagenknecht aus. Für sie ist das Streichen dieser Obergrenze praktisch eine Einladung zu endlosen Überstunden und verschwundenen Feierabenden. Schon jetzt sammelt sich auf dem Arbeitszeitkonto Vieles an – und wenigstens gibt es noch Zuschläge, etwa fürs lange Schuften am Band oder Nachts. Wagenknecht betont: Körperliche Arbeit lässt sich nicht beliebig ausdehnen; irgendwann beginnt der Körper zu rebellieren. Ihre Sorge: Stress-Krankheiten schießen ohnehin seit Jahren in die Höhe, längere Tage verschlimmern das bloß. Und: Wer länger arbeitet, arbeitet nicht zwingend besser, im Gegenteil – die Produktivität sackt sogar eher ab. Noch so ein Punkt: Dass die SPD sich möglicherweise auf die Seite der Flexibilisierer schlägt, kann Wagenknecht kaum nachvollziehen. Für sie ist das ein Offenbarungseid in Sachen Arbeitnehmerinteressen. Ihr Wunsch: Nicht dauernd an den Arbeitnehmerrechten sägen, sondern Wirtschaftspolitik so gestalten, dass Energie bezahlbar bleibt, Bürokratie sinkt und anständige Straßen und Netze das Arbeiten überhaupt erst ermöglichen. Die jetzigen Gesetze, meint sie, hätten eigentlich genug Spielräume – warum also alles auf den Kopf stellen? Einfache Antworten gibt es freilich nie, aber in dieser Frage ist ihre Botschaft klar und zugespitzt.

Sahra Wagenknecht, Chefin des BSW, lehnt die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages vehement ab. Sie fürchtet eine deutliche Verschlechterung für Erwerbstätige und verweist auf gesundheitliche Risiken bei verlängerten Arbeitszeiten, sowie auf drohende Effizienzverluste. Wagenknecht betrachtet die Debatte um flexiblere Tagesarbeitszeiten kritisch und fordert stattdessen, strukturelle Probleme wie teure Energie und bürokratische Hürden anzugehen. Ergänzende Recherche (Stand: 20.06.2024): Aktuell flammt die Debatte um Mehrarbeit und Arbeitszeitflexibilisierung erneut auf: Laut "Süddeutsche Zeitung" diskutieren Arbeitgeber und Teile der Politik drängender, wie sich Arbeitszeiten lockern lassen, um dem Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken. Gewerkschaften betonen dagegen, dass verkürzte Ruhezeiten und Mehrarbeit die Belastung der Beschäftigten weiter erhöhen und gesundheitliche Schäden verursachen können. Die Bundesregierung hält sich überwiegend zurück, während das Thema auch europaweit kontrovers bleibt (Quelle: "sueddeutsche.de"). Zudem berichtet "Der Spiegel" von einer wachsenden Zahl von Überstunden – bezahlt wie unbezahlt – die zufolge neuer Daten einen Höchststand seit zehn Jahren erreicht haben. Vielen Beschäftigten fehlt demnach die Zeit für Erholung, was sich negativ auf das Privatleben und die Produktivität auswirkt (Quelle: "spiegel.de"). Die "FAZ" hebt hervor, dass Befürworter der Aufweichung flexiblere Lebensmodelle und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben anführen. Allerdings gibt es Zweifel, ob tatsächlich mehr Freizeit für die Arbeitnehmer entsteht, oder letztlich bloß längere Arbeitstage hinauskommen. Die Debatte bleibt also, wie so oft, gespalten (Quelle: "faz.net").

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