Warken: Telefonische Krankschreibung bleibt – zumindest vorerst

Obwohl der CDU-Parteitag sich für ein Ende der Krankschreibung per Telefon ausgesprochen hat, hält Bundesgesundheitsministerin Nina Warken an der bestehenden Regelung fest. Statt Abschaffung will sie gezielt gegen möglichen Missbrauch vorgehen.

heute 09:31 Uhr | 3 mal gelesen

Nina Warken hat auf Nachfrage klargestellt, dass sie zurzeit keine Initiative zur kompletten Abschaffung der telefonischen Krankschreibung plant. Im Koalitionsvertrag habe man sich lediglich darauf geeinigt, den Missbrauch beim Krankmelden über digitale Kanäle einzuschränken – von einem generellen Verbot ist dort keine Rede. Warken betont, dass es durchaus eine Skepsis bezüglich bestimmter Krankschreibungs-Angebote im Internet gebe, aber das Ziel weiterhin die sinnvolle Nutzung – ohne Ausnutzung – sei. Dabei setzt sie auf die Zusammenarbeit, insbesondere mit der SPD. Im Kern: Es wird zwar über die mögliche Versuchung diskutiert, Krankmeldungen digital zu erschleichen, aber eine pauschale Rücknahme bestehender Möglichkeiten ist nicht geplant. So viel Pragmatismus darf dann doch sein.

Warken bleibt bei ihrem Kurs, die telefonische Krankschreibung nicht abzuschaffen – zumindest nicht in dieser Legislaturperiode. Sie stellt klar, dass im Koalitionsvertrag lediglich Maßnahmen gegen Missbrauch verankert sind, und setzt auf gemeinsames Vorgehen mit dem Koalitionspartner SPD. Hintergrund ist, dass seit der Pandemie die Krankmeldung per Telefon wieder dauerhaft möglich bleibt; weiterhin gibt es Bedenken wegen möglicher Ausnutzung dieser Option – zuletzt forderte der CDU-Parteitag zwar deren Ende, doch Warken hält sich an die Vereinbarung im Koalitionskreis. Laut aktuellen Berichten sorgt das Thema weiterhin für Debatten in der Politik, etwa ob der Wegfall der telefonischen Krankschreibung überhaupt mehr Vertrauen ins System schaffen würde oder schlicht zu mehr Bürokratie und Arztbesuchen. Das Ringen um den richtigen Weg spiegelt sich auch in unterschiedlichen Positionen medizinischer Fachverbände wider.

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