Wer führt das Lebenswerk weiter? Familienunternehmen zwischen Tradition und Unsicherheit

Schwarzach – Familienfirmen stehen am Scheideweg: Zwischen der Hoffnung auf Weitergabe und den Sorgen um die Zukunft. Wie können Inhaber ihr Unternehmen rechtzeitig fit für einen Generationswechsel machen? Fabian Zamzau und Michael Polit von Otter Consult nehmen die Ängste, Hürden und Lösungswege der Nachfolgeplanung in den Blick.

21.01.26 10:00 Uhr | 4 mal gelesen

Jahrzehntelang gelebte Routinen, gewachsene Beziehungen zu Belegschaft und Kunden, eine Firma, die meist an eine Familie oder gar eine einzelne Persönlichkeit gebunden ist – das ist der Alltag vieler Familienunternehmen. Gefühlt ist der Betriebsübergang ein ferner Tag – irgendwann, später, sobald sich die Dinge klären. Doch diese Gelassenheit kann trügen. Gerade weil der Gedanke an die eigene Ablöse emotional, kompliziert und fast schon tabuisiert ist, drücken Unternehmer das Thema Nachfolge oft beiseite. 'Man unterschätzt enorm, wie lange eine Nachfolgeregelung wirklich dauert', sagt Fabian Zamzau. Muss dann ausgerechnet im Krisenmoment gehandelt werden, drohen Streit und Überforderung. Dabei hängt nicht nur das Unternehmen, sondern oft auch die familiäre Harmonie daran. Das Beängstigende: Die Mischung aus Unternehmenslogik und Familiensystem macht jede Entscheidung doppelt aufgeladen. Klare Worte – etwa dazu, wer eigentlich will und kann – fallen meist erst spät. Offene Fragen, seltsame Erwartungen, angestaute Enttäuschungen: Das Konfliktpotenzial schlummert oft jahrelang, merkt aber irgendwann jeder – spätestens, wenn plötzlich ein Notfall eintritt. Ein weiteres Problem: Die Organisation. Lässt sich Wissen nicht einfach weitergeben oder gibt es zu wenige leitende Köpfe, muss auch an externe Nachfolgelösungen gedacht werden. Andernfalls bleibt oft nur der schnelle Verkauf oder wie man so schön sagt: das Kind fällt in den Brunnen. Das Thema wird oft erst akut, wenn entweder gesundheitliche Einschnitte eintreten oder niemand bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen. Das zieht einen Rattenschwanz an Verwerfungen nach sich: Investitionen versanden, Ziele verschwimmen, Mitarbeiter und Geschäftspartner greifen (zu Recht) nach Planbarkeit – die Unsicherheit wird spürbar. Frühzeitige Offenheit ist die halbe Miete. Je eher Eltern, Geschwister und potentielle Übernehmer offen über Interessen und Pläne sprechen, desto größer die Bandbreite an Optionen. Externe Lösungen – Verkauf, Management-Buy-in, Beteiligungen – lassen sich dann strukturierter prüfen. Wichtig dafür: Das Unternehmen muss so aufgestellt sein, dass es unabhängig vom Gründer funktioniert. Know-how, Verantwortung und klare Prozesse sind Gold wert. Und nein, das klingt alles theoretisch – aber ohne professionelle Begleitung (Steuer, Recht, Nachfolgeberatung) wird es in der Praxis meist sehr schnell chaotisch. Das Gute: Wer vorbereitet ist, gewinnt Kontrolle zurück. Das betrifft sowohl das eigene Leben nach der Übergabe als auch den inneren Frieden der Familie – Banales wie belastende Streitigkeiten oder unangenehme Vermutungen werden seltener. Fürs Unternehmen bedeutet es: Die Zukunft bleibt gestaltbar, Kunden und Personal wissen, woran sie sind, und der Wert der Firma kann erhalten oder sogar gesteigert werden. Otter Consult bringt Unternehmern Struktur und Weitblick: Vorbereitung, Einbeziehung aller Beteiligten, Vermeidung von Ad-hoc-Lösungen, solides Fundament aus Organisation und Kommunikation. Michael Polit bringt es auf den Punkt: 'Wer sich früh um die Nachfolge kümmert, dokumentiert Verantwortung – nicht Schwäche.' Wer ernsthaft plant, gewinnt Zeit und kann aus der Nachfolge sogar eine echte Chance machen. Mehr Infos: https://otterconsult.de/

Die Nachfolge ist das stille Streitthema vieler Familienunternehmen – besonders in Zeiten des demografischen Wandels und der wachsenden Professionalisierungsanforderungen. Laut Fabian Zamzau und Michael Polit ist frühe, offene Kommunikation innerhalb der Inhaberfamilie entscheidend sowie die Bereitschaft, auch externe Modelle ins Auge zu fassen. Aktuelle Studien und Wirtschaftsbeobachter bestätigen, dass ein Mangel an Planung gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen im Mittelstand zu Wertverlusten, unsteten Übergaben und bisweilen sogar zur Firmenauflösung führen kann. Gerade eine doppelte Abhängigkeit – von familiären wie betrieblichen Strukturen – macht jede Nachfolgeplanung zur Gratwanderung, die individuell begleitet werden muss. In den letzten Tagen berichten taz, FAZ und ZEIT verstärkt über die wachsenden Herausforderungen im Familienunternehmertum angesichts sinkender Nachfolgerzahlen und steigender wirtschaftlicher Unsicherheiten. Zudem werden neue Beratungs- und Unterstützungsprogramme öffentlich diskutiert, die familiengeführte Betriebe dabei entlasten sollen, solide Nachfolgelösungen zu finden und umzusetzen.

Schlagwort aus diesem Artikel