Die Jusos üben scharfe Kritik an der SPD und sehen nach der Wahlniederlage in Baden-Württemberg einen erheblichen Vertrauensverlust – aus ihrer Sicht, weil sich die Partei zu sehr von den sozialpolitischen Wurzeln entfernt hat. Neuere Berichte betonen, dass der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung lauter wird und die SPD diesen Trend bislang verschläft. Erschwerend kommt laut aktuellen Medienberichten hinzu, dass auch intern zunehmend Zweifel am Reformkurs der Parteispitze laut werden – nicht zuletzt, da viele Wählerinnen und Wähler offenbar nicht mehr wissen, wofür die Sozialdemokraten eigentlich stehen. Nach der Wahl wurde in Kommentarspalten und politischen Analysen häufig darauf verwiesen, dass eine klare Rückbesinnung auf die Interessen von Arbeitnehmern, auf Mindestlohn und bezahlbaren Wohnraum wieder mehr Menschen an die SPD binden könnte. Zugleich stehen die Sozialdemokraten vor dem Dilemma, einerseits in der Ampel-Koalition faule Kompromisse eingehen zu müssen, andererseits die eigene Identität nicht verlieren zu dürfen. In jüngsten Interviews aus verschiedenen Medien wird auch thematisiert, wie die SPD gegenüber ihren ehemaligen Stammwählern wieder Vertrauen gewinnen will – und warum das alles andere als einfach ist.