Irans Führung im Wandel: Mojtaba Khamenei als Nachfolger bestimmt?

Gerüchten zufolge wurde Mojtaba Khamenei, Sohn des verstorbenen Revolutionsführers, von der Expertenversammlung zum neuen Oberhaupt Irans ernannt. Noch nie zuvor stand er an der Spitze eines offiziellen Amts.

08.03.26 22:30 Uhr | 16 mal gelesen

Berichte von iranischen Staatskanälen in der Nacht zum Montag sorgen für Aufruhr: Mojtaba Khamenei, 56 Jahre alt und von Beruf Geistlicher, soll nach dem Tod seines Vaters durch mutmaßliche US-israelische Luftangriffe zum höchsten Führer des Iran aufgestiegen sein. Interessant, beinahe bizarr – Mojtaba hatte bislang keinerlei Regierungserfahrung vorzuweisen. Die Entscheidung fiel laut Medienangaben einmütig durch das Gremium der sogenannten Expertenversammlung. Dieses besteht aus 88 Klerikern und wählt den obersten Führer – eine Aufgabe, die seit dem Tod Khomeinis 1979 nur ein einziges weiteres Mal zu erfüllen war. Nach Khameneis Tod übernahm zunächst ein dreiköpfiges Interimsgremium die Führung: Präsident Masoud Pezeshkian (dessen reformistische Ansichten ihn vielen im Establishment suspekt machen dürften), Justizchef Mohseni Ejei sowie Alireza Arafi, teils als konservativer Hardliner bekannt. Was das für die künftige Machtausübung und den Kurs des Iran bedeutet – ich bin mir unsicher, da vieles in solchen Momenten dahinschwebt. Jedenfalls bleibt abzuwarten, inwiefern Mojtaba als eher ‚leiser‘ Strippenzieher überhaupt sichtbar neue Akzente setzen wird.

Die rasche Ernennung Mojtaba Khameneis durch die Expertenversammlung wirft viele Fragen zur Machtbalance in Teheran auf, zumal Mojtaba bisher vor allem durch seine Nähe zu den Revolutionsgarden und klerikalen Netzwerken aufgefallen ist. Nach offiziellen Angaben wurde parallel zum Machtwechsel ein sogenannter Führungsrat aus drei zentralen politischen Akteuren eingesetzt, was auf eine Phase der Übergangsregelung und möglicherweise interner Machtgerangel hindeutet. In internationalen Reaktionen herrscht große Unsicherheit, wie Mojtabas Amtsübernahme die außenpolitische Linie, insbesondere gegenüber Israel und den USA, verändern könnte. Aktuelle Analysen aus verschiedenen Medien weisen darauf hin, dass Mojtaba als diskreter, aber einflussreicher Taktierer gilt, was eine Mischung aus Kontinuität und möglichen Überraschungen für die iranische Politik erwarten lässt.

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