Merz rät jungen Leuten zum Sparen fürs Alter – Kritik aus der Opposition

Der Vorstoß von Kanzler Friedrich Merz (CDU), junge Menschen zu regelmäßigem Sparen für die Rente zu animieren, schlägt hohe Wellen. Vor allem von Seiten der Opposition regnet es Kritik: Ohne grundlegende Veränderungen am System bleibe privates Sparen ein Tropfen auf den heißen Stein, mahnt etwa Andreas Audretsch von den Grünen in der „Rheinischen Post“.

09.03.26 00:02 Uhr | 20 mal gelesen

Mal ehrlich: 50 Euro pro Monat beiseitezulegen – das klingt nett, aber für viele in diesem Land ist das schon eine Hausnummer. Andreas Audretsch (Grüne) etwa meint, Merz solle lieber die Rahmenbedingungen so gestalten, dass solche Beträge nicht an anderen Stellen fehlen. Dabei hatte Merz beim Endspurt der CDU in Baden-Württemberg ganz salopp vorgeschlagen, schon in jungen Jahren für die Rente zu sparen: 'Mit 50 Euro monatlich ist am Ende eine sechsstellige Summe drin', warb er. Aber ist das wirklich Realität? Sarah Vollath (Linke) findet den Vorschlag ziemlich weltfremd: Sie kennt genug Leute, für die 50 Euro pro Woche zum Überleben gebraucht werden. Und Ulrike Schielke-Ziesing (AfD) sieht darin schon das Eingeständnis, dass unser Rentensystem eigentlich vor Problemen kapituliert. Zudem sieht sie Merz' Appell als Misstrauensvotum gegen das Umlageverfahren – und eigentlich auch gegen die eigene Politik. Vielleicht müsste man sich weniger auf individuelle Sparpläne, sondern auf zukunftssichere Strukturen konzentrieren. Mal sehen, ob das in Berlin bald jemand beherzigt.

Friedrich Merz hat mit seiner Aufforderung an junge Menschen, frühzeitig privat für die Altersvorsorge zu sparen, landesweit eine Debatte ausgelöst. Nicht nur von den Grünen und Linken wird kritisiert, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene gar nicht die Mittel haben, monatlich 50 Euro zurückzulegen – gerade angesichts von Inflation, teuren Mieten und prekären Jobs. Aktuelle Recherchen zeigen zudem, dass die Rentenlücke in Deutschland weiter wächst und immer mehr Experten skeptisch auf private Vorsorge vertrauen, solange nicht auch gesetzliche und betriebliche Systeme modernisiert werden, etwa durch flexiblere Erwerbsbiografien, aktienbasierte Fonds oder kombinierte Modelle mit garantierten Mindestrenten. In den letzten Tagen diskutieren Medien intensiv, ob Merz‘ Appell tatsächlich praktisch umsetzbar ist, da viele junge Erwachsene – Studierende, Azubis, Geringverdienende – finanzielle Engpässe haben und sich bereits von Monat zu Monat hangeln. Einige Experten sehen zwar langfristig Vorteile im frühzeitigen Sparen, kritisieren aber gleichzeitig, wie wenig Unterstützung der Staat jenen gibt, die es wirklich bräuchten. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass das Vertrauen in private Vorsorgemodelle durch Skandale und schwankende Märkte gelitten hat.

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