WHO gibt Entwarnung: Hantavirus-Ausbruch offiziell abgeschlossen

Die WHO sieht den kürzlichen Ausbruch des Hantavirus als beendet an – die letzte Kontaktperson ist gesund, die Quarantäne vorbei.

02.07.26 19:00 Uhr | 1 mal gelesen

Unerwartet nüchtern, fast beiläufig, verkündet WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus das Ende des Hantavirus-Ausbruchs – offenbar Erleichterung, aber kein Jubel. Nachdem die allerletzte Kontaktperson des betroffenen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius negativ getestet wurde und daheim angekommen ist, gibt es seit dem 25. Mai keinen neuen Fall. Die offizielle Zählung: 13 Erkrankungen weltweit, tragischerweise mit drei Todesfällen. Die Kontaktverfolgung las sich regelrecht wie ein Krimi: Über 650 Menschen in 33 verschiedenen Ländern oder Gebieten wurden ermittelt – eine kollektive Anstrengung, die hier und da wohl für schlaflose Nächte gesorgt hat. Besonders Spanien, beziehungsweise die Behörden auf Teneriffa, erhielten einen Extralob für Routine und Solidarität, als es um die sichere Ausschiffung und Heimkehr der Passagiere samt Besatzung ging. Die WHO versichert, man ruhe sich keineswegs auf diesem Etappensieg aus: Schon steht eine multinationale Studie mit 21 Staaten in den Startlöchern, Ziel ist ein besseres Verständnis von Hantaviren – und (wen wundert’s) die Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen und vielleicht sogar Impfstoffen, um künftige Wellen früh abzumildern. Bleibt die grundlegende Information: Hantaviren springen von Nagern auf Menschen, verursachen entweder Lungen- und Herzerkrankungen (die besonders in Amerika gefürchtet sind) oder schwere Nierenkomplikationen mit Blutungen, wie sie aus Europa und Asien bekannt sind. Wer in Kontakt mit Nagern oder deren Hinterlassenschaften gerät, spielt sprichwörtlich mit dem Feuer: Es gibt immer noch kein gezieltes Heilmittel, und frühe medizinische Hilfe ist buchstäblich überlebenswichtig. Daher bleibt der WHO-Rat schlicht und bodenständig – Nagetiere außen vor lassen, so gut es eben geht.

Die WHO stuft den Hantavirus-Ausbruch, der mit mehreren Erkrankungen und drei Todesfällen weltweit verbunden war, nun offiziell als beendet ein. Der Ursprung lag auf einem Kreuzfahrtschiff, von dem aus über 650 Kontaktpersonen identifiziert und betreut wurden. Zwar sind Hantaviren selten, aber aufgrund ihrer teils tödlichen Auswirkungen nimmt die WHO das Thema weiterhin ernst: Sie plant eine groß angelegte Studie, um unter anderem neue Präventions- und Behandlungsmethoden zu entwickeln und globale Früherkennungsstrukturen zu verbessern. Ergänzend berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass die verstärkte internationale Zusammenarbeit nach der Pandemie schneller aktiviert werde, da Kreuzfahrtschiffe – wie im Fall Hondius – für Infektionskrankheiten ein besonderer Risikofaktor sind. Laut taz betonen Epidemiologen, dass die Untersuchung von Tiermärkten und Tierreservaten in Verbindung mit dem Hantavirus-Ausbruch erneut für eine stärkere Kontrolle menschlicher Kontakte zu wildlebenden Nagern plädiert. Nach neuen WHO-Richtlinien, berichtete die FAZ vor wenigen Stunden, sind Regierungen jetzt verpflichtet, umfangreichere Surveillance-Maßnahmen für Zoonosen und deren Überwachung einzuleiten. (Quellen: sueddeutsche.de, taz.de, faz.net)

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