Offiziell bestätigt ist nichts, aber Konzerninsider berichten laut 'Handelsblatt', dass Volkswagen seine Wachstumsambitionen nicht begraben hat. Klingt irgendwie widersprüchlich: Einerseits will der Autohersteller die Produktionskapazität deutlich herunterfahren – von vorher mal zwölf Millionen auf (vorerst) neun Millionen Fahrzeuge. Das Unternehmen glaubt offenbar, dass weniger manchmal mehr ist, vor allem, wenn Krisenzeiten drohen. Gleichzeitig setzt VW im Vertrieb aber erneut auf große Zahlen, zumindest wenn’s nach dem optimistischsten Szenario geht: Über zehn Millionen Autos pro Jahr. Dieses Ziel ist so etwas wie das Einhorn unter den Unternehmenszahlen, das man zwar nicht sieht, aber doch nicht ganz aus den Augen verlieren möchte. In Kürze will der Aufsichtsrat ein neues strategisches Leitbild ('Group Target Picture') festzurren. Darin wird dann wohl auch stehen, wie der Konzern wieder wachsen will – mit reduziertem Portfolio, weniger Werken und etwas weniger Schnickschnack. Anvisiert wird eine Rendite zwischen acht und zehn Prozent. Man kann gespannt sein, was davon wirklich Realität wird. Aussagen von VW-Offiziellen? Bislang Fehlanzeige.
Volkswagen plant eine Neuausrichtung: Mit niedrigeren Produktionskapazitäten, weniger Modellen und einer Verschlankung der Konzernstruktur möchte VW krisenfester und zugleich profitabler werden. Langfristig schielt der Konzern aber erneut auf mehr als zehn Millionen verkaufte Fahrzeuge pro Jahr – ein Ziel, das zuletzt 2019 erreicht wurde. Die Branche sieht diese Strategie durchaus gespalten, denn globaler Wettbewerb, E-Mobilitäts-Wandel und geopolitische Spannungen machen Prognosen schwer kalkulierbar.
In den letzten 48 Stunden wurde die Debatte rund um VWs künftige Ausrichtung intensiv geführt. Laut aktuellen Medienberichten steht das neue 'Group Target Picture' als strategisches Leitbild unmittelbar vor der Verabschiedung. Analysten weisen darauf hin, dass Umsatzsicht und Renditekorridor (8-10 Prozent) angesichts makroökonomischer Unsicherheit und der Konkurrenz durch chinesische Hersteller ambitioniert wirken. Experten wie Ferdinand Dudenhöffer betonen, dass der Fokus auf weniger, aber dafür rentablere Modelle essenziell sei, um langfristig international Bestand zu haben.