Widerstand bei Uniper: Belegschaft gegen Verkauf an Großinvestoren

Die Arbeitnehmervertretung des Energiekonzerns Uniper stemmt sich gegen Pläne, das Unternehmen an einen größeren Investor zu veräußern. Mit Nachdruck hat der Betriebsrat den Verantwortlichen im Bundesfinanzministerium seine Bedenken übermittelt.

heute 14:55 Uhr | 2 mal gelesen

Unipers Gesamtbetriebsratschef Martin Geilhorn steht einem Börsengang des Energiekonzerns grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, betonte aber in einem Gespräch seine kritische Haltung gegenüber einem Verkauf an strategische Investoren. 'Ein IPO könnten wir konstruktiv begleiten', so Geilhorn, 'aber sobald das Unternehmen an einen großen Einzelinvestor gehen soll, sind wir entschieden dagegen.' Er beschrieb ein solches Vorgehen sogar als 'Attacke gegen das Wohl der Belegschaft'. Die Belegschaftsinteressen sieht er durch einen Investor gefährdet, der primär eigene Interessen verfolgt. Er erinnerte das Bundesfinanzministerium an 'vergangene Fehler' und forderte: 'Lernen Sie aus der Geschichte!' Der mögliche Einstieg des schwedischen Energieriesen Vattenfall sowie des norwegischen Unternehmens Equinor in den Verkauf von Uniper-Beteiligungen an schwedischen Kraftwerken rückt die Dringlichkeit einer Positionierung noch stärker ins Rampenlicht. Die Beschäftigten wollen offenbar unter allen Umständen verhindern, dass Uniper zum Spielball internationaler Großkonzerne wird.

Der Betriebsrat von Uniper verdeutlicht: Während ein Börsengang (IPO) als akzeptable Option für die Zukunft des Unternehmens angesehen wird, wird die Veräußerung an einen Großinvestor kategorisch abgelehnt. Betriebsratsvorsitzender Geilhorn sieht darin eine ernsthafte Bedrohung der Arbeitnehmerrechte und erinnert mit Verweis auf die Commerzbank an historische Fehlentscheidungen. Die Möglichkeit, dass Unternehmen wie Vattenfall oder Equinor Anteile an Uniper übernehmen könnten, sorgt für zusätzlichen Druck und erhöht die Unsicherheit unter den Beschäftigten. Recherchen ergaben zusätzlich: Nach aktuellen Medienberichten ist das Bundesfinanzministerium bestrebt, den Privatisierungsprozess umsichtig zu gestalten, um industriepolitische Interessen und Energiesicherheit zu berücksichtigen. Zudem warnen Analysten, dass strategische Investoren die Unabhängigkeit von Uniper beschneiden könnten. In der aktuellen Gemengelage wächst der Druck auf die Bundesregierung, einen Interessenausgleich zwischen Arbeitnehmern, Investoren und öffentlichen Interessen zu schaffen.

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