Die Dynamik, mit der Künstliche Intelligenz Einzug in Unternehmen hält, überrascht manchmal sogar alte Hasen im Geschäft. Mobile Wissensvermittlung und breiter Kompetenzaufbau werden zum entscheidenden Fundament; alles andere wäre ein Fehler, den man kaum ausbügeln kann. Die 'USTP Future Dialogues' widmeten sich exakt diesem doppelten Wandel: Wie bleibt der Mensch in einer Arbeitswelt mit immer klügeren Maschinen nicht bloß relevant, sondern maßgeblich gestaltend?
An der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Alltag experimentiert die FH St. Pölten mit praxisnahen, fächerübergreifenden Methoden. Das Ziel ist fast schon ehrgeizig formuliert: KI nicht als schwebende Wolke auf die Thementafel pinnen, sondern als Werkzeug zur Stärkung von Menschen, als Katalysator für nachvollziehbare Entscheidungen – und als Werkzeug, das Unternehmen durch anhaltenden Strukturwandel begleitet. Forschergeist trifft hier auf Unternehmungsdrang und, ja, auch auf Zweifel.
Oder, wie es Hannes Raffaseder und Johann Haag (Geschäftsführer der USTP) ausdrücken: 'Wir wollen, dass Technologien den Menschen befähigen – und nicht ausbooten. Unsere Verantwortung: Nachwuchs ausbilden, der KI kritisch wie kreativ denkt, um das Unerwartete möglich zu machen.'
Beim Podiumsgespräch standen nicht technische Details im Vordergrund, sondern ungewohnte Perspektiven, praktische Sorgen und (manchmal fast überraschend ehrlich) Ängste an der Schwelle zu einer intelligent(er)en Arbeitswelt. Teilnehmer wie Harald Kräuter (ORF), Christof Kastner (Kastner Gruppe), Anna Kofler (dryven & thynkAI), Mateo Primorac (scopri.ai) oder Marlies Temper (USTP) lieferten unterschiedliche Sichtweisen: KI als Ergänzung, nicht als Ersatz. Das bedeutet aber auch, dass Firmen neue Wege bei Kompetenzen, Verantwortung und Unternehmenskultur beschreiten müssen. Hinter all dem rücken Begriffe wie Vertrauen, Transparenz und Verantwortung stärker ins Licht.
Harald Kräuter bringt es auf den Punkt: 'KI ist keine Konkurrenz, sondern Support, der Raum für gründliche Recherchen und kreative Ideen schafft.' Und Christof Kastner betont: 'Effiziente Prozesse ja – aber die Erfahrung und Verantwortung unserer Mitarbeitenden kann keine KI ersetzen.'
Doch die Veranstaltungsreihe will mehr als nur Diskussion sein. Statt „Frontalbeschallung“ gab es zum Beispiel direkt eine Innovationswerkstatt, bei der Teilnehmende eigene Fragen einbringen und KI-Anwendungen direkt erleben konnten – Stichwort Mitmach-Atmosphäre. Im neuen KI-Reallabor der USTP wird ab sofort praxisnahe KI-Forschung zwischen Lehre, Unternehmertum und Wissenschaftsdrang möglich sein.
Mit Partnern vor Ort wie Plattform St. Pölten und WIFI NÖ setzt die Hochschule ein Ausrufezeichen für Dialog und Zusammenarbeit – in der Region und darüber hinaus. Passend zum 30-jährigen Jubiläum ('30 Years. Forward Together') macht die USTP 2026 sichtbar: Menschen und Ideen sind das Rückgrat ihrer Innovationskultur, die St. Pölten weit über den Campus hinaus prägt.
Nähere Infos gibt es unter KI-Reallabor-Eröffnung und zum Jubiläumsjahr.
Die Auftaktveranstaltung der 'USTP Future Dialogues' hat gezeigt, dass die Zukunft der Arbeitswelt von einer Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI geprägt wird. Die Diskussionen machten klar, dass KI dann am nützlichsten ist, wenn sie als Werkzeug genutzt wird, das kreative Freiräume schafft, Prozesse vereinfacht und Unternehmen dabei unterstützt, mit dem Wandel Schritt zu halten, ohne dabei menschliche Erfahrungen außer Acht zu lassen. Ein zentrales Thema war die Notwendigkeit einer Unternehmenskultur, die Weiterbildung, Vertrauen und ethische Reflexion fördert – denn dort, wo KI nicht bloß Technik, sondern Teil einer besseren Zukunft ist, tun sich neue Chancen auf. Aktuelle Entwicklungen in der KI und Arbeitswelt bestätigen diesen Eindruck. Jüngst berichtete die Süddeutsche, dass KI die Effizienz von Unternehmen steigert, Teams jedoch gezielt auf die neuen Herausforderungen vorbereitet werden müssen, um die Technik wirklich nutzbringend zu integrieren und nicht Überforderung zu riskieren. Bei der FAZ wurde kritisch diskutiert, wie KI künftig die Qualifikation von Angestellten beeinflusst und ob durch den schnellen Wandel neue Ungleichheiten am Arbeitsmarkt entstehen – bislang fehlen verbindliche Regelungen und umfassende Weiterbildungsinitiativen. Laut taz sehen Expert:innen die Gefahr, dass KI vielfach als Rationalisierungswerkzeug missbraucht wird, während die echte soziale Innovation, also die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen durch KI, oft noch Nebensache bleibt.