Wie viel KI steckt in den Reden des Kanzlers? Regierung bleibt vage
Die Bundesregierung rückt nicht heraus mit einer klaren Antwort darauf, ob und wie stark künstliche Intelligenz bei den öffentlichen Reden von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Einsatz kommt.
Am Mittwoch wich der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer der konkreten Frage aus – und wiederholte mehrfach: 'Die Worte des Bundeskanzlers sind die Worte des Bundeskanzlers.' Selbst auf erneutes Nachhaken, ob Redenschreiber des Kanzlers KI-Tools verwenden, hielt Meyer an dieser vagen Formulierung fest.
Aktueller Auslöser sind Reports darüber, dass Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) offenbar künstliche Intelligenz in seinen Reden einsetzt.
heute 14:33 Uhr | 2 mal gelesen
Angeblich hat der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) laut den Nachforschungen der Plattform 'Frag den Staat' häufiger mal Teile seiner Reden von KI-Systemen schreiben lassen. Ob das nur Inspirationshilfe war oder wirklich komplette Absätze übernommen wurden, darüber lässt sich streiten – die Quellen sind, wie so oft in der Politik, ein bisschen schwammig. Spätestens seit Diskussionen rund um generative Sprachmodelle und Chatbots fragen sich viele: Steckt hinter den wohlgesetzten Worten der Spitzenpolitiker wirklich noch ein Mensch? Oder werden Reden zunehmend von Algorithmen aufpoliert? Die Bundesregierung jedenfalls bleibt bei der Darstellung: Was der Bundeskanzler sagt, kommt – offiziell – voll und ganz von ihm. Aber können wir uns da wirklich sicher sein? Wenn sogar in Thüringen offenbar KI als Co-Autor am Werk ist, warum sollte es im Kanzleramt anders laufen?
Die Bundesregierung vermeidet eine direkte Aussage zum Einsatz von KI bei den Redentexten von Friedrich Merz (CDU), trotz Nachfragen durch Journalisten. Der Fall Mario Voigt, bei dem laut 'Frag den Staat' KI-gestützte Formulierungen Eingang in politische Reden gefunden haben sollen, löst neue Debatten über Transparenz, Verantwortlichkeit und Authentizität in der Politik aus. Aktuell ist der Umgang mit KI-generierten Inhalten in den Ämtern offenbar noch ein Graubereich – der Diskurs darüber, wie viel davon offen gelegt werden muss, beginnt gerade erst.
Weitere Details: Angesichts der wachsenden Fähigkeiten generativer KI wird in deutschen Medien und auch unter Politikern diskutiert, ob Maschinen als digitale Ghostwriter ein ethisches Problem darstellen. Die Bundesregierung hält sich jedoch mit Transparenz zurück und legt keine Richtlinien offen, nach denen Redenschreiber eventuell KI unterstützen dürften. Experten fordern mittlerweile strengere Vorgaben und Kennzeichnungspflicht, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit politischer Kommunikation zu sichern.