Wolfgang Krüger, ein waschechter Hennigsdorfer, hat eine beachtliche Laufbahn durchschritten – erst als Journalist, dann als Fernsehdirektor unter anderem beim RIAS TV sowie der Deutschen Welle. Später orientierte er sich um und wurde Staatssekretär im brandenburgischen Wirtschaftsministerium. Seit 2008 ist er den Wirtschaftskreisen zuzurechnen, als Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.
Zur neuen Stellvertreterin – auch sie erhält einhellige Zustimmung – wurde Ulrike Meier gewählt. Sie ist in der Medienwelt ebenso kein unbeschriebenes Blatt: Nach Beratungsjahren bei McKinsey gründete sie ihr eigenes Unternehmen für Unternehmenswandel und lebt heute in Berlin.
Die heutige erste Sitzung des neuen Verwaltungsrats gleicht einem Auftakt in bewegten Zeiten: Mit dem Inkrafttreten des neuen rbb-Staatsvertrags rückt das Gremium stärker ins Zentrum der Kontrolle – es wacht fortan über Wirtschaftsplan, Jahresabschluss und bestellt auch die Abschlussprüfer.
Zu den weiteren Mitgliedern gehören: Prof. Dr. Katharina de la Durantaye (Medienrecht und Hochschule), Wirtschaftsprüfer Olaf Köppe, Rechtsanwalt Benjamin Ehlers, Medienunternehmerin Ulrike Meier, Social-Media-Fachfrau Fränzi Kühne und Journalistin Dr. Ursula Weidenfeld. Für den rbb-Personalrat nimmt Christoph Reinhardt teil. Besonders: Alle sieben bringen ihre Erfahrung nebenberuflich ein – so ein Modell gab es in der ARD bisher nicht.
Kontakt zum Gremium: gremiengeschaeftsstelle@rbb-online.de.
Wolfgang Krüger übernimmt erneut den Vorsitz des rbb-Verwaltungsrats und wird damit weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des öffentlich-rechtlichen Senders spielen. Die Neuaufstellung des Gremiums geschah vor dem Hintergrund des reformierten rbb-Staatsvertrags, der nach Skandalen und Vertrauenskrisen beim Sender im vergangenen Jahr die Kontrollmechanismen stärken sollte. In zahlreichen Zeitungsberichten wurde auf den erhöhten Druck hingewiesen, die Wirtschaftlichkeit und Transparenz zu verbessern: Etwa die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unterstreicht, dass die ausgeweitete Kontrolle und die nebenamtliche Struktur die Glaubwürdigkeit des rbb verbessern soll. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass das neue Gremium vor großen Herausforderungen steht, besonders was den Spagat zwischen Unabhängigkeit, finanzieller Verantwortlichkeit und öffentlich-rechtlichem Auftrag betrifft. Auch die "Zeit Online" beleuchtet, dass die Besetzung mit teils branchenfremden, erfahrenen Persönlichkeiten als Experiment gilt, an dessen Erfolg nun viele Erwartungen geknüpft werden.