Es gibt Momente, da drängt Politik mit Macht in Räume, in denen jahrzehntelang ein recht zuverlässiges Gleichgewicht herrschte. Der neue Vorstoß zur Verschärfung des Mietrechts – speziell für möblierte Wohnungen auf Zeit – stößt daher auf skeptische Gesichter beim Zeitwohnwerk, dem großen Zusammenschluss für temporäres Wohnen in Deutschland. Sara Basad und Norbert Verbücheln, die beiden Köpfe hinter dem Netzwerk, breiten Sorgen aus, die sich gewaschen haben: Ihr Wohnmodell ist nicht einfach irgendein Nischenphänomen, sondern ein seit langem gut funktionierendes Angebot, das tausenden Menschen Türen geöffnet hat, wenn der klassische Mietmarkt verschlossen blieb.
Während normale Wohnungen meist auf lange Sicht vergeben werden, lebt das möblierte Modell von Flexibilität – praktisch gemacht für Berufsnomaden, Pendler, Projektmenschen und alle, deren Lebensumstände schlicht zu lebendig sind für 08/15-Lösungen. Kurzum: Hier wird eine Lücke gefüllt, die der Markt sonst offenlässt.
Doch nun droht ein pauschaler Möblierungszuschlag von fünf Prozent – laut Basad ein Wert, der an der Realität der Kosten für gute Ausstattung und Instandhaltung komplett vorbeischrammt. "Das trifft die Falschen und bringt nachhaltigen Schaden," resümiert Verbücheln. Schon jetzt stimmt es nachdenklich, dass Anbieter anfangen, das Handtuch zu werfen, weil rechtliche Unsicherheit und steigendes Risiko nicht gerade zum Investieren einladen. Solche Schritte verschärfen den Mangel – nicht nur für Umzugswillige, sondern für den gesamten Mietmarkt.
Was bleibt: Der Diskurs um feste Mietzeiten, pauschale Regeln und eng gezogene Grenzen sorgt dafür, dass Vertrauen – diese spröde Ware – auf der Strecke bleibt. Und ganz ehrlich, heißt es seitens der Agenturen: Ohne Vertrauen, keine Investitionen, keine Modernisierungen, keine neuen Angebote. Genau das droht, wenn ausgerechnet ein dynamischer, anpassungsfähiger Markt endgültig in starre Formen gepresst wird.
Das Zeitwohnwerk, Deutschlands größtes Netzwerk für temporäres Wohnen, sieht durch geplante Regulierungen wie etwa einen pauschalen Möblierungszuschlag und zeitliche Mietbegrenzungen existenzielle Bedrohungen für diesen Markt. Die Argumentation: Möbliertes Wohnen schließt eine reale Angebotslücke, indem es für Berufswechsler, Projektarbeiter und Übergangsphasenwohnende Flexibilität bietet, ohne den klassischen Mietmarkt zu verdrängen. Restriktionen könnten dazu führen, dass viele Wohnungen komplett vom Markt genommen und dringend benötigte Neubauprojekte gar nicht erst realisiert werden – mit verheerenden Konsequenzen: Der Druck auf befristeten sowie festen Wohnraum würde wachsen, während Investoren und Anbieter angesichts zunehmender Unsicherheiten das Feld räumen könnten.
Neuer Stand: In den letzten 48 Stunden haben mehrere deutsche Nachrichtenseiten die hitzigen Diskussionen um drohende Wohnungsnot und die Balance zwischen regulierbarem Markt und notwendiger Flexibilität aufgegriffen. Die Bundesbauministerin Geywitz verteidigt laut FAZ die geplanten Gesetzesverschärfungen, bestreitet aber, dass es eine vollständige Gleichbehandlung zwischen möbliertem und unmöbliertem Wohnraum geben wird – es soll gezielte Ausnahmen geben und der Fokus liegt auf „Missbrauchsbekämpfung“ Quelle: FAZ. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Wohnungswirtschaft und Mieterinitiativen besonders in Großstädten eine noch verschärfte Knappheit befürchten, und auch Vermietende bereits anfangen, ihr Angebot umzustrukturieren, was den Mietmarkt kurzfristig destabilisieren könnte Quelle: Süddeutsche Zeitung. Der Spiegel bringt Stimmen von Fachkräften, die auf flexible, möblierte Angebote angewiesen sind, und beschreibt, wie Projektzeiten verkürzt werden könnten, weil passende Wohnungen fehlen – ein Dilemma, das in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt riskant ist Quelle: Spiegel.