Wenn ich morgens in den Regionalzug steige, ertappe ich mich neuerdings dabei, wie mein Blick sich prüfend durch den Waggon tastet – ein Reflex, der mich früher wohl eher befremdet hätte. Aber Berichte über Attacken auf Zugpersonal, Übergriffe an Bahnhöfen und eine gefühlte Verrohung der Gesellschaft machen etwas mit einem. Besonders der Vorfall kürzlich, bei dem jemand vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurde, hat sich eingebrannt. Laut Manuel Ostermann von der Polizeigewerkschaft erleben Bahnangestellte aktuell statistisch an jedem Tag acht Angriffe. Viel zu lange, so der Vorwurf, hätten die Verantwortlichen nicht genug getan: Sicherheitsausstattung blieb auf der Strecke, moderne Überwachung wurde verschleppt – und dabei schien die eigentliche Gefahr vielerorts unterschätzt zu werden. Es fühlt sich manchmal an, als sei der Respekt vor Uniform und Ordnung schlicht abhanden gekommen. Weidel bringt das in Zusammenhang mit gescheiterten Integrations- und Migrationsstrategien – eine Haltung, die sicherlich nicht von allen geteilt wird, aber immerhin die Debatte anheizt. Dass bestimmte Gruppen laut Polizeistatistik überproportional auffällig werden, wird ebenso betont wie die geforderte härtere Gangart im Umgang mit Gewalt und Migration, darunter Verschärfungen im Strafrecht und zügige Abschiebungen. Was bleibt, ist das mulmige Gefühl: Wer schützt eigentlich diejenigen, die den Laden am Laufen halten? Für viele ist jetzt jedenfalls die Linie überschritten.
Die jüngste Diskussion um die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen in Deutschland wird durch Medienberichte, Expertenstimmen sowie politische Forderungen weiter angefacht. Laut Polizeigewerkschaft nimmt die Gewalt gegen Bahnpersonal und Fahrgäste spürbar zu, wobei Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen vielschichtig diskutiert werden. Neben der häufig geäußerten Forderung nach mehr Polizei und moderner Ausstattung zeigen journalistische Recherchen, dass auch gesellschaftliche Spannungen sowie politische Versäumnisse – etwa bei Integration, urbaner Entwicklung und Prävention – eine Rolle spielen; neue Zahlen bestätigen etwa einen Anstieg von Angriffen, während es gleichzeitig Bedenken vor Stigmatisierung bestimmter Gruppen gibt. (Quellen: https://www.faz.net, https://www.zeit.de, https://www.spiegel.de)