Wenn man Huber zuhört, klingt da schon ein leicht wehmütiger Unterton mit, während er darauf verweist, dass die 'transatlantische Brücke' vielleicht etwas schmaler geworden ist. Aber – und da lässt er kaum einen Zweifel offen – sie bleibt unverzichtbar. Huber sieht die USA weiterhin als das Rückgrat der NATO, durchaus mit einem leicht mahnenden Unterton: Zwei Drittel der Investitionen, betont er, stemmt Washington. Wer glaubt, es ginge in Sachen Verteidigung oder Intelligence ohne die Amerikaner, liegt seiner Ansicht nach ziemlich daneben. Angesichts dieser Fakten dreht sich Hubers Blick aber auch nach innen. In Deutschland sei einiges ins Rollen gekommen, etwa mit der sogenannten Bereichsausnahme, die mehr Spielraum für Investitionen in die Bundeswehr gibt. Dennoch mahnt er: Mehr Initiative, besonders aus Europa heraus, sei dringend notwendig. Investitionen in die eigene Wehrhaftigkeit und Wirtschaft betrachtet Huber als Voraussetzung, um auf Augenhöhe mit internationalen Partnern reden zu können – ganz zu schweigen von den berüchtigten 'Muskeln', die man zeigen möchte. Europas 'Dornröschenschlaf' müsse endlich vorbei sein, gerade wenn es um Sicherheit und ökonomische Stabilität geht. Er klingt fast ein bisschen wie jemand, der schon zu viele lange Nächte im politischen Berlin verbracht hat: Appellierend, etwas ungeduldig, aber mit dem festen Glauben daran, dass ein wacherer europäischer Geist viel bewegen könnte.
Martin Huber unterstreicht die essenzielle Bedeutung der Zusammenarbeit mit den USA und das transatlantische Bündnis, vor allem im militärischen und nachrichtendienstlichen Bereich. Er sieht allerdings auch, dass Europa und insbesondere Deutschland angesichts globaler Herausforderungen wie Russlands Angriffskrieg und wachsende Konkurrenz aus China ihre Verteidigungs- und Wirtschaftsfähigkeiten zwingend stärken müssen. Aktuelle politische Debatten in Deutschland drehen sich dabei verstärkt um das NATO-Zwei-Prozent-Ziel, die Modernisierung der Bundeswehr sowie eine strategische Neuausrichtung europäischer Sicherheit; jüngste Initiativen und Sondervermögen finden angesichts weiterhin akuter Bedrohungen jedoch auch Kritik, etwa wegen schleppender Beschaffung und Fragmentierung der europäischen Rüstungsindustrie.