Da stehen sie also: Pistorius, Selenskyj, ein futuristisches Fluggerät und eine Handvoll Pressevertreter – auf dem Gelände von Quantum Systems, wenige Kilometer vom Konferenzrummel entfernt. "Rund 10.000 Drohnen sollen allein dieses Jahr entstehen, womöglich werden es sogar noch mehr", erklärt Pistorius stolz. Die allererste fertige Einheit wechselt gewissermaßen im Rahmen eines kleinen Rituals die Hände, bevor später die Serienfertigung richtig ins Rollen kommt. Nur ein paar Monate nach Vertragsabschluss steuert das Projekt auf Hochtouren zu – diese Geschwindigkeit war vor einem Jahr noch kaum vorstellbar. Was daran, so betont Pistorius, besonders sei? Das Gemeinschaftsprojekt greife wie Zahnräder: Deutsche Technik, ukrainischer Bedarf, zivile Ingenieurskunst im Westend Münchens. Und: Auch die Bundeswehr selbst – und vielleicht die ganze europäische Verteidigung – hofft, aus den Erfahrungen und riesigen Datenmengen des aktuellen Ukraine-Krieges zu lernen. Ironie am Rande: Manchmal, so sagt Pistorius, könnten aus dem Leid und der Not doch Fortschritte entstehen, deren Reichweite über aktuelle Frontlinien hinausgeht.
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hat Boris Pistorius die erste Drohne aus der deutsch-ukrainischen Produktion an Wolodymyr Selenskyj überreicht. Das Kooperationsprojekt zwischen Quantum Systems und ukrainischen Partnern soll dieses Jahr etwa 10.000 Drohnen liefern und hebt Tempo sowie Innovationskraft hervor. Nach ersten Recherchen gab es in mehreren deutschen Leitmedien binnen der letzten zwei Tage aktuelle, ausführliche Berichte zur Sicherheitskonferenz und zu Waffenlieferungen, insbesondere zur unmittelbaren Bedeutung für die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine. Auf ZEIT Online wurde etwa betont, wie diese High-Tech-Kooperation ein neues Kapitel der europäischen Rüstungsbranche markiert. Die Süddeutsche Zeitung hob in einem längeren Beitrag hervor, dass die gemeinsame Produktion auch als politisches Signal an Russland verstanden werden müsse. Laut Der Spiegel wurden zudem Überlegungen der NATO thematisiert, wie schnell lernende Militärtechnologien in engen Allianzen weltweit an Bedeutung gewinnen, wobei die rasche Drohnenentwicklung für die Ukraine als Paradebeispiel gilt.