Berichten zufolge legen Kanzler und Regierung eine Aufstellung vor, in welchen Wirtschaftszweigen die USA von Deutschland oder generell Europa abhängig sind. "Es ist schon entscheidend, dass wir außenpolitisch auch mal mit Szenarien planen, die unangenehm werden könnten", betonte Amthor im Interview mit dem Sender Welt am Freitag. Speziell im Umgang mit Donald Trump sei das nötig: "Er reagiert auf Stärke, nicht auf bloße Freundlichkeit", sagte Amthor unverblümt. Innerhalb Europas brauche es nun einen selbstbewussten Kurs, der eigene Akzente setzt. Gleichzeitig, so schiebt Amthor nach, solle dies kein Zeichen gegen die amerikanischen Verbündeten sein: "Wir wollen ja gemeinsam Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit gestalten. Aber dazu gehört eben auch, dass wir unsere souveränen Interessen kennen und daraus keinen Hehl machen." Interessant, dass Amthor – sonst eher auf leisen Tönen unterwegs – diesmal recht deutlich wird. Scheint, als spüre er den politischen Windwechsel schon in den Haarspitzen.
Philipp Amthor spricht sich klar dafür aus, dass Deutschland – vertreten durch Bundeskanzler Merz – eine Liste vorbereitet, die ökonomische Abhängigkeiten der USA von Europa nennt. Ziel sei es, gegenüber möglichen künftigen US-Präsidenten wie Donald Trump Stärke zu zeigen und auf Augenhöhe agieren zu können, ohne jedoch die deutsch-amerikanische Partnerschaft infrage zu stellen. In den vergangenen Tagen wurde in deutschen und internationalen Medien darüber diskutiert, wie Europa sich politisch und wirtschaftlich wappnet, falls in den USA erneut protektionistische Tendenzen die Oberhand gewinnen sollten. Die Debatte rückt vor allem die Chips-Industrie, Pharma-Lieferketten und den Maschinenbau in den Fokus, bei denen es wechselseitige Abhängigkeiten gibt. Neuere Artikel betonen zudem die Bedeutung einer gemeinsamen EU-Strategie – nicht zuletzt, da die US-Wahlen und weitere geopolitische Unsicherheiten das transatlantische Verhältnis strapazieren könnten.