Was die vergangenen Monate an den Bahnhöfen los war, lässt sich schwer überlesen: Zwischen steigenden Angriffen auf Zugbegleiter und der immer wieder aufschwelenden Debatte um Sicherheit fühlt man sich als Reisender unsicherer denn je. Kein Wunder, dass ein sogenannter Sicherheitsgipfel mit Bahn, Polizei und Politik für einige Erleichterung sorgt. Andreas Roßkopf von der Gewerkschaft der Polizei spricht zwar von einer "Hoffnung auf echtes Handeln", sieht aber auch, dass noch Vieles im Argen liegt. Die oft diskutierten 'Sicherheitswerkstätten' – was für ein Wort – müssten dringend gestartet werden, meint er. Gerade der Austausch zwischen Regionen fehle bislang völlig. Und die Personalnot? Klar ist, mit den derzeitigen Streifen sieht es mager aus – 3.500 zusätzliche Kolleginnen und Kollegen fordert Roßkopf, und zwar nicht irgendwann, sondern möglichst flott. Nicht zu vergessen: Dreier-Teams auf den Bahnsteigen, die derzeit rar gesät sind, könnten dabei helfen, das Gefühl der Sicherheit zu stärken. Auch Stimmen aus der Politik kommen zu Wort: SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler fordert mehr Kompetenzen und Ressourcen für die Bundespolizei und ein zentral gebündeltes "Lagebild Bahn". Es klingt vernünftig, die Zugänglichkeit und Übersichtlichkeit sicherheitsrelevanter Daten zu erhöhen. Und was sagen die Grünen? Die sind wenig begeistert von den dauerhaften Grenzkontrollen, da das ohnehin dünne Polizeipersonal an andere Stellen gebunden wird. Irene Mihalic sieht das als "sicherheitspolitischen Irrweg" – Menschen an Bahnhöfen und Zügen müssten sichtbarer geschützt werden, so ihr Standpunkt. Bodycams und mehr Teamarbeit im Zug könnten dem Ganzen laut ihrer Ansicht eine neue Richtung geben. Man merkt: Der Sieben-Punkte-Plan ist ein Anfang. Aber von entspannter Zugfahrt ohne mulmiges Gefühl sind wir noch ein gutes Stück entfernt.
Der verabschiedete Aktionsplan der Deutschen Bahn, der nach mehreren Gewalttaten im Zugverkehr beschlossen wurde, sieht unter anderem zusätzliche Streifen, mehr Personal, den verstärkten Einsatz von Bodycams und eine bessere Abstimmung zwischen Bahn und Bundespolizei vor. Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Vorfälle von Gewalt gegen Bahnmitarbeitende weiterhin auf hohem Niveau liegen – allein 2023 gab es Hunderte gemeldete Übergriffe – und der Handlungsdruck wächst entsprechend. Mehrere Zeitungen berichten übereinstimmend, dass neben den personellen und technischen Verbesserungen verstärkt auch die Prävention, etwa durch Präsenz und gezielte Zusammenarbeit, sowie die Problematik der Priorisierung von Grenzkontrollen zugunsten der Sicherheit auf Bahnhöfen kontrovers diskutiert wird.