Blickwechsel für den Geist: Erwin Wurm als überraschendes Gesicht der F.A.Z.-Aktion

Frankfurt – Mit einer eigenwilligen Hommage an sein Werk wird der Österreicher Erwin Wurm neues Symbol der bekannten F.A.Z.-Kampagne "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf". Erstmals stehen dabei mehrere Motive einer einzigen Persönlichkeit im Fokus.

heute 14:33 Uhr | 2 mal gelesen

Schief angelehnt, halb in eine Zeitung getaucht: So nimmt Wurm seine Rolle als 101. 'kluger Kopf' bei der F.A.Z.-Kampagne ein. Diese Haltung spiegelt seinen künstlerischen Ansatz wider – Genau hinschauen, Grenzen ausloten, selbst Teil der Kunst werden. Seine "One Minute Sculptures" machen aus alltäglichen Situationen absurde, manchmal fast slapstickartige Self-Experimente, bei denen Teilnehmende zum Kunstobjekt mutieren – mit Orangen auf dem Kopf oder Armen, die durch Möbel ragen. Seltsam? Vielleicht. Aber gerade darin liegt Wurms Einladung, ein bisschen verrückt auf das Normale zu schauen und das Offensichtliche neu zu deuten. Sein Schaffen – ein Mix aus Skulptur, Installation, Film, Zeichnung und Buch – lebt vom Perspektivwechsel. Wurm betont, dass er Wirklichkeit gerne von der schrägen Seite betrachtet, denn oft offenbart das Absurde eine Wahrheit, an der man sonst vorbeiläuft. Deshalb passt er so gut als Aushängeschild für eine Serie, die originelle Denker und Fragensteller porträtiert – und das gleich in vier unterschiedlichen Bildern. Die Idee: Humor ist bei Wurm nie Selbstzweck, sondern Türöffner für Erkenntnis. Genau das macht das Zusammentreffen mit der F.A.Z. spannend, wie auch die Verantwortlichen feststellen: Beide – Zeitung wie Künstler – machen sich die Skurrilität zu eigen, um analytische Schärfe zu gewinnen. Dazu kommt, dass Wurm erstmals gleich mehrere Sujets widmet, die zeigen, wie sehr sich die traditionsreiche Kampagne laufend neu erfindet. Die Fotoserie und Einblicke ins Making-of gibt's online zu sehen. Wer sie anschaut, wird schnell merken, dass dieser Perspektivwechsel nicht nur Kunstfreunde herausfordert – sondern eigentlich jeden, der Alltägliches hinterfragen möchte.

Der österreichische Künstler Erwin Wurm prägt mit seinem außergewöhnlichen, oft ironischen Blick auf das Normale seit Jahrzehnten die Kunstszene. Seine Auswahl als 101. Motiv für die F.A.Z.-Reihe "Kluge Köpfe" ist durchaus symbolkräftig: Gerade in einer Zeit, in der scharfsinnige Betrachtungen selten geworden scheinen, wird Wurms Einladung zur Irritation und zum Perspektivwechsel besonders relevant. Neu ist dabei, dass Wurm erstmals mit gleich vier Variationen seiner Portraits auftritt. Hinter den Kulissen zeigt sich, wie Fotografie hier zur Performance wird – und Wurm sowohl Objekt als auch Urheber bleibt. Zusätzliche Recherchen ergeben, dass sich in der heutigen Medien- und Kunstwelt der Ruf nach mehr Irritationsbereitschaft und Neugier verstärkt hat, wobei aktuell insbesondere Diskurse über die Grenze zwischen Kunst, Gesellschaft und öffentlicher Wahrnehmung zunehmen. In verschiedenen Medien wurde kürzlich angeregt debattiert, inwieweit solche künstlerischen Kampagnen nicht nur den Zeitungsseiten, sondern auch politischen und gesellschaftlichen Diskussionen neue Impulse geben können. Zufällig liest man übrigens auch, dass Wurm demnächst eine große Ausstellung in Wien erhalten wird, was ein Beleg für seine anhaltende Relevanz im internationalen Kunstgeschehen ist.

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