Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hat am Dienstag die jüngsten Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage veröffentlicht. Überraschend oder auch gar nicht so sehr: Der Erwartungsindex fällt um satte 16,7 Punkte auf nun -17,2. Deutlich rauscht auch die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in die Tiefe – der Lageindikator steht jetzt bei ziemlich ernüchternden -73,7 Punkten. Das klingt so, als würden viele mit einer nachhaltigen Erholung erst mal nicht rechnen. ZEW-Präsident Achim Wambach fasste die Stimmung spitz zusammen: Die Auswirkungen des Iran-Kriegs gehen weit über Spritpreise oder Energie hinaus. Es ist diese diffuse Angst, dass Energie künftig knapp werden könnte – und das hemmt Investitionen. Die staatlichen Konjunkturprogramme verpuffen da ziemlich schnell. Besonders spannend (und ehrlich gesagt auch etwas bedenklich): Während die Autoriesen irgendwie schwimmen und sich kaum bewegen (Saldo -44,2), läuft es in klassischen Industriebranchen richtig schlecht – Chemie, Stahl, Metall sausen nach unten. Der Bau rutscht (wie kaum anders zu erwarten) erstmals seit Monaten wieder in negatives Terrain. Wer nun auf Europa hofft: Leider nein. Auch in der Eurozone stürzt das Stimmungsbarometer ab – der Erwartungswert liegt stolze 11,9 Punkte tiefer und der Lageindikator bricht nochmals um 13,1 Punkte ein. Fazit: Es wird ungemütlich.
Die wirtschaftliche Zuversicht in Deutschland ist laut aktuellen ZEW-Daten spürbar gesunken: Erwartungen und aktuelle Lage schlittern in tiefere Minusbereiche. Das hat viel mit den geopolitischen Spannungen und ihren Folgen fürs Energieangebot zu tun – viele Unternehmen halten sich mit neuen Investitionen zurück, da anhaltende Unsicherheit besteht. In den Industriemetropolen wird die aktuelle Lage besonders kritisch gesehen, insbesondere Sektoren wie Chemie, Stahl und Bau geraten zunehmend unter Druck, während sich die Eurozone insgesamt mit ähnlichen Problemen konfrontiert sieht. Hinzukommt, dass die Kombination aus geopolitischen Risiken und einer latenten Investitionsflaute nicht nur Stimmungssache ist: Einige Analyst:innen drängen auf raschere politische Reaktionen, um eine Abwärtsspirale zu verhindern. Ähnlich pessimistische Wirtschaftseinschätzungen findet man aktuell quer durch die Medienlandschaft, was den Bedeutungsgrad dieses Einbruchs untermauert.