Lenz – gelesen und erlebt: Schauspielstars und Schüler auf den Spuren eines Klassikers
Los geht’s mit einer Lesungsreihe in Hamburg und Kiel unter dem Motto „Hamburg liest Lenz“ bzw. „Schleswig-Holstein liest Lenz“. NDR Kultur und die Siegfried Lenz Stiftung holen bekannte Schauspielgesichter wie Catrin Striebeck, Bjarne Mädel und Stephan Kampwirth auf die Bühne – aber auch den Nachwuchs: Schülergruppen aus dem Norden haben sich im Rahmen der „Lenz Challenge“ kreativ ausgetobt. Im März wird das Lesungsevent für das Radio aufgezeichnet (zu hören am 15. März).
„Lenz Challenge“: Schüler machen Hörspiel – Handys und Herzblut inklusive
An der Schulaktion „Lenz Challenge“ beteiligten sich knapp 45 Kurse, aus denen kurze Handyvideos als moderne Re-Interpretationen Lenz’scher Texte entstanden. Landesweite Gewinner aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden prämiert. In Hamburg durften die Besten ihr eigenes Mini-Hörspiel im Studio aufnehmen – unter anderem mit Schauspielcoach Merlin Sandmeyer für das Team aus Schwerin, das mit „IRRWEGE“ überzeugte.
Mehr dazu unter: www.ndr.de/lenz-gewinnerteams
Dokudrama „100 Jahre Siegfried Lenz“: Jonas Nay taucht ein in Fragen von gestern und heute
Im NDR-Dokudrama verkörpert Schauspieler Jonas Nay den Inspektor Tondi, eine Figur aus Lenz’ Literatur, und begibt sich als Bindeglied zwischen Geschichte und Jetzt auf Spurensuche. Aktuelle Fälle – von Klimaprotest bis Kriegserfahrung – werden entlang von Lenz’ Ideen von Schuld, Gewissen und Zivilcourage erzählt. Stimmen wie Günter Berg (Verleger, Stiftungschef) und Sabine Rückert (Autorin) liefern dazu kluge Einordnungen. Die Sendung steht ab 9. März in der ARD Mediathek, TV-Ausstrahlung am 16. März.
„Dat Füerschipp“ auf Platt: Ein alter Lenz, neu und norddeutsch
Mit „Dat Füerschipp“, dem neu inszenierten plattdeutschen Hörspiel nach Lenz’ „Das Feuerschiff“, holen NDR und Radio Bremen eine seiner berühmtesten Geschichten ins hiesige Idiom – Konflikt, Bedrohung, Zusammenhalt inklusive. In der ARD Audiothek ab 13. März.
Lenz von A bis Z: Fernsehen trifft Hörspielmarathon
Im März bringt das NDR Fernsehen legendäre Lenz-Verfilmungen wie „Das serbische Mädchen“, den TV-Klassiker „Deutschstunde“ oder die Mini-Serie „Heimatmuseum“ zurück auf den Bildschirm. Parallel dazu: 16 ausgewählte Hörspiele (darunter „Zeit der Schuldigen“ und „Der Überläufer“) in der ARD Audiothek – teils mit modernen Comics illustriert. www.ndr.de/lenzhoerspiele
Lenz, der Unbequeme – und warum wir ihn nicht vergessen sollten
Siegfried Lenz, 1926 in Lyck geboren, gestorben 2014 in Hamburg, hat mit Romanen, Hörspielen und Kurzprosa die deutsche Nachkriegsseele wie kaum ein anderer befragt – ein unbequemer Moralist, dessen Themen immer noch aktuell sind. Auch nach unzähligen Auszeichnungen und einem engen Band zum NDR bleibt der Stoff seiner Bücher erstaunlich unerschöpft.
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Zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz hat der NDR zahlreiche Aktionen ins Leben gerufen, die sein Werk neu beleuchten – von prominent besetzten Lesungen bis hin zu kreativen Jugendprojekten und aufwendigen Film- sowie Hörspiel- Wiederentdeckungen. Lenz’ zentrale Fragen nach Moral, Pflicht und Verantwortung werden dabei immer an zeitgenössische Konflikte gespiegelt, etwa Klimakrise, Migration oder Krieg. Besonders das neue Dokudrama mit Jonas Nay setzt diese Traditionslinie fort und macht klar, wie unvermindert aktuell Lenz’ Literatur für politische und gesellschaftliche Diskussionen bleibt. Neuere Artikel zu Lenz’ 100. Geburtstag zeigen, wie unterschiedlich Medien den Schriftsteller kontextualisieren: Während beispielsweise die Süddeutsche den Generationenkonflikt am Werk von Lenz festmacht und den Wert von Widersprüchlichkeit in seiner Sprache betont, schreibt Zeit Online über die Aufführung seiner Stücke als Möglichkeit, alte und neue Fragen miteinander zu verschränken. Die FAZ stellt wiederum den Brückenschlag von Lenz’ Lebensgeschichte zwischen Ost- und Westeuropa in den Vordergrund, insbesondere vor dem aktuellen Hintergrund internationaler Krisen (siehe Erweiterung für Kurzfassungen und Links). Auch wurde jüngst in der NDR-Kultur ein einstündiges Feature gesendet, das das Thema Erinnerungsarbeit mit Lenz als Symbolfigur für die deutsche Nachkriegsästhetik verhandelt und Stimmen ehemaliger Weggefährten einbindet. Unter den aktuellen Online-Diskussionen fällt auf, dass Lenz heute häufig als Mahner für Gewissensfragen in Schulen und öffentlichen Diskursen zitiert wird – der Bezug zu gegenwärtigen Debatten (z.B. Rechtspopulismus und Werteverlust) wird vielerorts ausdrücklich betont.