„Technologien entfalten ihr volles Potenzial erst, wenn sie für möglichst viele zugänglich sind und eben nicht wie Kronjuwelen privater Player gehütet werden“, meint Modi in seinem Gastbeitrag fürs Handelsblatt. Er will offene KI-Plattformen, die Sicherheit und Orientierung gleichermaßen bieten. Laut Modi liegt in der kollektiven Intelligenz die eigentliche Kraft der Menschheit – und genau deshalb müsse KI sich zu einer Art weltweitem Gemeingut wandeln. Menschen, sagt er, sollten stets mehr sein als bloß ein Haufen Datensätze. Künstliche Intelligenz sollte Werkzeuge schaffen, um insbesondere im globalen Süden Fortschritt zu ermöglichen und nicht neue Mauern ziehen. Modi fordert zudem, dass international gültige Standards für die Überprüfung von KI-Inhalten geschaffen werden. Immerhin, die Flut an generierten Inhalten könne zu Desinformation und Deepfakes führen, was für Demokratien riskant sei. Eine Art digitale Nährwerttabelle für Inhalte schlägt er vor – was jetzt noch nach Science Fiction klingt, haben die Inder schon teilweise gesetzlich umgesetzt: Synthetische Inhalte müssen gekennzeichnet werden.
Modis Haltung, KI als öffentliches Gut zu betrachten, spiegelt einen wachsenden internationalen Diskurs wider. Neben seinem Vorstoß für offene KI-Plattformen knüpft er an die Herausforderungen von Desinformation und Deepfakes an, indem er verbindliche Wasserzeichen für digitale Inhalte verlangt. Bemerkenswert ist, dass Indien bereits gesetzlich vorschreibt, synthetisch erzeugte Inhalte sichtbar zu kennzeichnen. Inzwischen debattieren weitere Staaten und Institutionen, wie sie Technologie so gestalten, dass Chancen und Risiken fair verteilt werden – oft nach dem Vorbild offener, gemeinwohlorientierter Modelle.